Gerhard Bengsch und sein Alter Ego Terenz Abt, sein zeitweiliges Pseudonym als Autor - Foto: Nachlass Gerhard Bengsch
Gerhard Bengsch und sein Alter Ego Terenz Abt, sein zeitweiliges Pseudonym als Autor - Foto: Nachlass Gerhard Bengsch

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Gerhard Bengsch

Biographie Gerhard Bengsch


Pseudonyme Terenz Abt, Renate Gaerber, Gerhard B. Wenzel

24.11.1928

Gerhard Bengsch wird in Berlin geboren. Er wächst in einem antifaschistischen Elternhaus auf.

1945

Mitarbeit bei der Antifa-Jugend in Berlin-Treptow

01.05.1946

Eintritt in die SED. Bengsch hatte vor dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei gestellt. Sein Großvater hatte als Delegierter der SPD an dieser Konferenz teilgenommen.
Gerhard Bengsch als Reporter für die "Berliner Zeitung" - Foto: Nachlass Gerhard Bengsch
Nach Abschluss der Oberschule und einem Volontariat beginnt er achtzehnjährig eine Arbeit als Reporter und Redakteur bei der "Berliner Zeitung".


1950

Bengsch veröffentlicht sein erstes Buch, Frauenporträts unter dem Titel "Frauen, von denen man spricht". Insgesamt 40 Tausend Exemplare dieses Bandes kommen in die Geschäfte.

1952

Regisseur Slatan Dudow bietet ihm die Mitarbeit am Buch zum DEFA-Film Frauenschicksale an. Er hatte Bengschs Porträts aus dem Jahr 1950 gelesen. Dies ist der Beginn einer langjährigen Arbeit für die DEFA und später für das Fernsehen.

1953

Nach zwei weiteren Büchern wird Bengsch freischaffend.

1956

Bengschs Arbeit als Autor für die DEFA beginnt in der Produktionsgruppe "Das Stacheltier", in der satirische Kurz-, verschiedentlich auch Langmetrage-Filme entstehen. Als erstes schreibt er gemeinsam mit Richard Groschopp - der auch Regie führt - das Buch für Die Glocke von Coruptica.

1959

Der DEFA-Film Musterknaben (R: Johannes Knittel) mit Hartmut Reck, Rolf Herricht und Brigitte Krause kommt die Kinos. Es ist der erste Spielfilm, für den Bengsch als alleiniger Autor verantwortlich zeichnet. Zwei Jahre später verfasst er das Buch für Der Arzt von Bothenow, bei dem wiederum Johannes Knittel Regie führt.

1963

Mit dem DEFA-Spielfilm Reserviert für den Tod beginnt die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Heinz Thiel. Für alle sechs Filme, die Thiel bis 1969 dreht, stammen die Bücher aus Bengschs Feder.

1966

Horst E. Brandt und Gerhard Bengsch 1977 - Foto: Nachlass Gerhard Bengsch
Nach dem gleichnamigen Roman des bundesdeutschen Autors Max von der Grün schreibt Bengsch das Drehbuch "Irrlicht und Feuer". Bei dieser Produktion der DEFA mit dem Fernsehen arbeitet er erstmalig mit Regisseur Horst E. Brandt zusammen, mit dem er bis zum Jahr 1989 sieben Filme für Kino und Fernsehen produziert. Irrlicht und Feuer wird von der ARD übernommen und 1968 ausgestrahlt.


1969

Für seine Arbeit an dem Fernseh-Mehrteiler "Krupp und Krause - Krause und Krupp" wird Horst E. Brandt 1969 mit dem Nationalpreis der DDR im Kollketiv ausgezeichnet. - Nachlass Gerhard Bengsch

Der fünfteilige Fernsehfilm Krupp und Krause / Krause und Krupp zeichnet den Weg einer Magdeburger Arbeiterfamilie bis in die sozialistische Gegenwart der DDR. Das aufwändige Filmgemälde wird auch dank der prominenten Besetzung zu einem Zuschauererfolg.


1973

Bengschs Filmtagebuch von 1971 bis 1973 zu den Arbeiten an dem Fernsehfilm "Adam und Eva" - Nachlass Gerhard Bengsch
Die vier Folgen Eva und Adam im Fernsehen der DDR, zu denen Bengsch das Buch verfasste, avancieren zum Publikumserfolg. Sie erreichen zum Teil die Hälfte aller DDR-Fernsehzuschauer.


1981

Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden der DDR im Juni im 1979 in Bad Saarow. Gerhard Bengsch, Ehefrau Ingeborg Bengsch und Horst Heiser. - Foto: Nachlass Gerhard Bengsch
Der Zweiteiler Der ungebetene Gast (R: Peter Wekwerth) ist Bengschs letzte Arbeit für das DDR-Fernsehen. Wegen kulturpolitischer Differenzen mit der Leitung des Fernsehens werden weitere Projekte abschlägig beschieden, Wiederholungen publikumswirksamer Filme und Serien finden nicht mehr statt.


1989

Der DEFA-Film Die Beteiligten (R: Horst E. Brandt) kommt zur Aufführung. Die Regisseure Heinz Thiel und Horst E. Brandt hatten bereits 1965 die Verfilmung des Buches von Bengsch geplant. Nur wenige Stunden nach dem 11. Plenum Ende 1965 waren die Dreharbeiten abgebrochen worden.

12.04.1989

Der Hessische Rundfunk sendet Karambolage (R: Franz-Peter Wirth), für den Bengsch unter dem Pseudonym Renate Gaerber das Buch verfasst hat. Wirth verfilmt auch das Gaerber-Buch für den Fernsehfilm Notenwechsel, der ein Jahr später von der ARD gesendet wird, und 1992 das Drehbuch für Dornberger.

1992

Für zwei Folgen der ARD-Serie Marienhof schreibt Bengsch die Bücher.

1995

Bengschs letzte Arbeit für das Fernsehen sind Vorlagen für die SAT.1-Serie Dr. Stefan Frank, der Arzt, dem die Frauen vertrauen. Für den Pilotfilm und die ersten 13 Folgen schreibt er die Bücher.

1997

2003 erscheint "Der Colonel von Cattenberg"
Erstmalig seit Mitte der 70er Jahre veröffentlicht Bengsch wieder ein Buch. 1969 bzw. 1973 waren die Filmtagebücher "Krupp und Krause" und "Eva und Adam" veröffentlicht worden. Unter seinem Pseudonym Terenz Abt erscheint "Herr Minister läßt grüßen". Bis 2003 erscheinen insgesamt acht weitere Bücher von ihm.


11.03.2004

Gerhard Bengsch stirbt in Kleinmachnow bei Berlin.

2007

Ingeborg Bengsch übergibt dem Filmmuseum Potsdam den Nachlass ihres Mannes.


Zusammenstellung Peter Warnecke

Filmographie unter Filmographie Gerhard Bengsch bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/index.php?id=58ce4b289158155886180001a0a0a5c1
Bibliographie unter Bibliographie Gerhard Bengsch bzw. unter www.filmmuseum-potsdam.de/index.php?id=594423c19158155892290001a0a0a5c1