Zeppelin über Stuttgart, 1916 (Aquarell)
Zeppelin über Stuttgart, 1916 (Aquarell)

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Werner Klinger

Werner Klingler: Skizzen zum Ersten Weltkrieg

Die Sammlungen des Filmmuseums konnten im April 2014 mit einem kleinen Konvolut aus den Kinder- und Jugendjahren des Schauspielers, Regisseurs und Drehbuchautors Werner Klingler wieder einmal einen besonderen Neuzugang verzeichnen.

Kriegsdarstellungen mit Strichmännchen, 1916 (Zeichnung)
Werner Klingler (1903-1972) begann seine Karriere als Kleindarsteller am Theater, ging Mitte der 1920er Jahre in die USA und wirkte in mehreren Hollywood-Produktionen (ohne Credit) mit, darunter Lewis Milestones Adaption von Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" (1930). In den USA lernte er Luis Trenker kennen, mit dem er nach Europa zurückkehrte. Mit Trenkers Unterstützung fasste er in der deutschen Filmproduktion Fuß, arbeitete bei Arnolds Fancks Abenteuerfilm "SOS Eisberg" (1933) und wurde Regisseur. Im Nationalsozialismus drehte er u.a. Propagandafilme wie "Wetterleuchten um Barbara" (1941) und "Die Degenhardts" (1944) und stellte die von Herbert Selpin begonnene anti-britische Produktion "Titanic" (1943) fertig. - Selpin hatte sich 1942 während der Dreharbeiten privat kritisch über Wehrmacht und Krieg geäußert, war denunziert und verhaftet worden, und wurde erhängt in seiner Zelle aufgefunden.

Soldat, Aquarell (o.J.)
Nach 1945 arbeitete Klingler zunächst weiter als Regisseur, drehte mit "Razzia" (1947) den ersten Kriminalfilm der DEFA und ging erneut als Schauspieler in die USA. Mitte der 1950er Jahre kehrte er in die BRD und nach Westberlin zurück, wo er zahlreiche Filme, darunter Genrestücke wie "Das Geheimnis der schwarzen Koffer" (1962), "Das Testament des Dr. Mabuse" (1962) oder "Straßenbekanntschaften auf St. Pauli" (1968) als Regisseur verantwortete.

Die Sammlung enthält Schulzeugnisse des in Stuttgart geborenen Klingers und eine Ehrenurkunde vom 3. Jugendturntag im Kriegsjahr 1917. Daneben finden sich Zeichnungen, Skizzen, Illustrationen und Ölbilder, die neben Alltagssituationen, Natur- und Haltungsstudien das künstlerische Interesse des erst 13-jährigen Schülers an den aktuellen Kriegsereignissen zeigen: Soldaten und Offiziere, Uniformstudien und comic-hafte Schlachten-Skizzen.