Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann in dem DEFA-Film "Hälfte des Lebens" 1983. Foto: DEFA-Erkens
Ulrich Mühe und Jenny Gröllmann in dem DEFA-Film "Hälfte des Lebens" 1983. Foto: DEFA-Erkens

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Ulrich Mühe

Biographie



Ulrich Mühe. Foto: Günter Linke.


20. Juni 1953

Geboren in Grimma (Sachsen) als Sohn eines Kürschnermeisters

1960 - 1970

Besuch der Polytechnischen Oberschule

1970 - 1983

Abitur mit Berufsausbildung als Baufacharbeiter, anschließend Wehrdienst


1975 - 1979

Schauspielstudium an der Leipziger Theaterhochschule "Hans Otto",
während der Ausbildung kleinere Rollen am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt

1979 - 1983

Engagement am Städtischen Theater Karl-Marx-Stadt; 1982 Gast in Heiner Müllers Inszenierung Macbeth an der Ost-Berliner Volksbühne

August 1983

Mitglied des Ensembles des Deutschen Theaters in Berlin, avanciert bald zum Kopf des Ensembles, wird von der Kritik gefeiert, u. a. als Egmont (1986), in Lessings Philotas (1988) und als Patriarch in Nathan der Weise (1988)

1983

\"Hälfte des Lebens\". Foto: DEFA-Erkens.
Kleinere Nebenrollen in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen, Durchbruch mit Herrmann Zschoches Hälfte des Lebens (1984) als Dichter Friedrich Hölderlin


1986

Internationale Anerkennung für die Darstellung des Theodor Lohse in Berhard Wickis Alterswerk Das Spinnennetz nach Joseph Roths gleichnamigem Roman; Bayerischer Filmpreis als Bester Darsteller

1988 - 1990

Wiederholte Zusammenarbeit mit Heiner Müller: Der Horatier (1988), Hamlet/Hamlet-Maschine (1989-90)

29. Oktober 1989

Mühe liest in einer Sonderveranstaltung des Deutschen Theaters aus den Memoiren Walter Jankas.

4. November 1989

Er ist einer der Organisatoren und Hauptredner der Künstler-Demonstration auf dem Alexanderplatz für demokratische Grundrechte in der DDR.

nach 1989

Wechselnde Theaterengagements, auch international, so bei den Salzburger Festspielen als König Alphons in Die Jüdin von Toledo (1990), als Peer Gynt in Ibsens gleichnamigem Stück am Wiener Burgtheater (1993/94), in Wittgenstein Incorporated (2003) bei den Wiener Festwochen; Regie bei Heiner Müllers Stück Der Auftrag im Haus der Berliner Festspiele (2004)

1990

Letzte Rolle bei der DEFA in dem Film Sehnsucht von Jürgen Brauer

seit 1991

\"Nikolaikirche\". Foto: WDR Christa Köfer.
Zahlreiche Hauptrollen bei TV- und Kinoproduktionen, u.a. in Der kleine Herr Friedemann (DFF/1991) nach der Erzählung von Thomas Mann, Das tödliche Auge (WDR/1992), in Frank Beyers Verfilmung von Erich Loests Nikolaikirche (1995) sowie in Filmen des unkonventionellen österreichischen Regisseurs Michael Haneke (Benny’s Video (1992), Das Schloss (1996) und Funny Games (1997)). Darüber hinaus spielt Mühe in Constantin Costa Gavras Literaturadaption Der Stellvertreter (2002) und in Hans W. Geissendörfers Schneeland (2004)

1997-2007

Über Jahre Darsteller des Gerichtspathologen Dr. Robert Kolmar in der ZDF-Serie Der letzte Zeuge. Für diese Rolle erhält er im Jahre 2005 den Bayerischen und den Deutschen Fernsehpreis als Bester Dartseller.

2006

Für die Darstellung des Stasi-Hauptmanns Gerd Wiesler in Das Leben der Anderen wird Ulrich Mühe mit zahlreichen Preisen geehrt:
Bayerischer Filmpreis 2006
Goldener Schwan des Internationalen Filmfestivals in Kopenhagen 2006
Europäischer Filmpreis 2006
Preis der Deutschen Filmkritik als Bester Darsteller 2007.
Der Film von Florian Henckel von Donnersmarck wird 2007 als Bester Ausländischer Film mit einem "Oscar" ausgezeichnet.

2007

Professor Adolf Grünbaum in Dani Levys Film Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler ist Ulrich Mühes letzte Leinwandrolle.

22. Juli 2007

Verstorben in Walbeck (Sachsen-Anhalt)



Zusammenstellung: Heidrun Schmutzer und Ralf Forster