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Spanische Erde

Im Juli jährt sich der Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges zum achtzigsten Mal. Wie kein zweiter regionaler Krieg des 20. Jahrhunderts wurde der Spanische Bürgerkrieg zum Sujet einer Vielzahl von Spiel- und Dokumentarfilmen. Das von Historiker Alexandre Froidevaux eingeführte Programm präsentiert Filme, die als politische Parteiergreifung und zur Propaganda während der ersten Kriegsjahre hergestellt wurden.

Einige Monate nach Ausbruch des Bürgerkriegs erhielt der niederländische Dokumentarfilmer Joris Ivens von der linken New Yorker Schriftstellergruppe »Contemporary Historians« um John Dos Passos den Auftrag zu einem Film, der Gegenbilder zur pro-franquistischen Propaganda liefern sollte. Mit den Gewinnen aus Kinovorführungen sollten wiederum die republikanischen Truppen vor Ort solidarisch unterstützt werden. Da sich weder das vorhandene Wochenschaumaterial zur Darstellung der eigenen politischen Sichtweise in einem Kompilationsfilm eignete, noch genügend Geld für einen abendfüllenden Spielfilm vorhanden war, entschieden sich Ivens und seine Produzenten für die Herstellung eines Dokumentarfilms mit eingebauten Spielszenen. Für die Drehgenehmigung in Spanien sorgte Luis Buñuel, den kommentierenden Text schrieb Ernest Hemingway, der ihn für den Film auch einsprach.
Im Kontrast zu Ivens' Volksfront-Film stehen deutsche Wochenschaubeiträge (1936-39), die von der Verbindung des NS-Regimes mit dem Lager Franco zeugen. Sie wurden nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa vertrieben und prägten vielerorts die öffentliche Meinung zu den Ereignissen in Spanien.
Einführung: Dr. Alexandre Froidevaux (Historiker)
Eintritt frei

In Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung Brandenburg


Der Spanische Bürgerkrieg im Film