» Kino

Sherlock Jr.

Das Leben als Imitation des Films: Buster Keaton spielt einen tolpatschigen Filmvorführer, der bei der Arbeit einschläft und träumt, er sein ein bedeutender Detektiv. Das ist so wunderbar erzählt, so rasant und voller halsbrecherischer Einfälle inszeniert, dass einem beinahe entgehen kann, was Keaton, der Existenzialist des amerikanischen Slapstickfilms, nebenbei präsentiert: Sherlock Jr. wird zu einer Reflexion über das Medium und seine Macht, zu einer Meditation des Filmemachers Keaton über das Verhältnis zwischen dem Filmemachen und dem Leben. Nach dem Erwachen aus dem Traum fällt Buster wieder in Hilflosigkeit zurück. (...) Der Film kommt ihm zuhilfe. Durch das Projektionsfenster sieht er auf der Leinwand, dass der Held seiner Liebsten einen Handkuß gibt. Buster imitiert ihn einfach." (Walter Schobert. In: Buster Keaton. München, Wien 1975)

Vornweg ist eine Auswahl hinreißender Animationsfilme zu sehen: Der Silhouettenfilm Der fliegende Koffer (1921) von Lotte Reiniger entführt uns ins alte China und Die neue Ford-Limousine (1925) an den Nordpol. Lustige Hygiene Nr. 2 (1927) warnt vor Schnupfen, und in Tanztee (1930) von Hans Fischerkoesen schwingen die Mickymaus und ihre Freunde das Bein.
Am Klavier: Peter Gotthardt

Das Filmkonzert-Highlight vor dem Jahresende: Klassiker des Stummfilms - live begleitet am Klavier von Filmkomponist Peter Gotthardt. Gotthardt komponierte mehr als 500 Filmmusiken für Dokumentar- und Spielfilme und arbeitete mit namhaften DEFA-Regisseuren zusammen. Seine Kompositionen für den Film »Die Legende von Paul und Paula« wurden Evergreens.


PETER GOTTHARDT LIVE Stummfilme zu Weihnachten