Septemberliebe
Septemberliebe

» Kino

Septemberliebe

Das Leben des Chemikers Dr. Hans Schramm läuft ohne Probleme, bis er sich in Franka, die Schwester seiner Verlobten Hanna verliebt. Auch Franka liebt ihn, kämpft aber gegen ihre Gefühle an, weil sie ihrer Schwester nicht den Mann ausspannen will. Zu diesem Konflikt kommt ein weiterer ganz anderer Art: Schramm ist ins Visier eines westdeutschen Agentenrings geraten, der von ihm Informationen über seine chemischen Forschungen erpresst. Aus Angst vor Repressalien weiß er keinen anderen Ausweg, als in den Westen zu flüchten. Franka verhindert dies durch eine entsprechende Mitteilung an die DDR-Behörden. Schramm fühlt sich von der geliebten Frau verraten, muss aber allmählich begreifen, dass sie für ihn nur das Beste wollte. "Der Spiegel" beobachtet 1961: "In überraschender Abkehr von den betulichen Bräuchen sozialistischer Filmmoral präsentiert die mitteldeutsche Staatsfilmgesellschaft ein Werk, das mit freimütig gefilmten Intim-Situationen durchsetzt ist". Unmittelbar in der Zeit des Mauerbaus entstanden, verdutzt "Septemberliebe" heute vielleicht eher durch sein offenes Bekenntnis zur Legitimität des Ministeriums für Staatssicherheit.

Kurt Maetzig - Zum 100. Geburtstag 02/11