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Mustang

»Wo sind unsere Mädchen, die leicht erröten, ihren Kopf senken und die Augen abwenden, wenn wir in ihre Gesichter schauen...?« Das Zitat des ehemaligen stellvertretenden türkischen Ministerpräsidenten Bülent Arınç ist im Film einmal im Hintergrund zu hören. Damit verortet Regisseurin Deniz Gamze Ergüven ihre Version der »Virgin Suicides« (Sophia Coppola nach dem Roman von Jeffrey Eugenides) in der Türkei von heute.
Die fünf minderjährigen Waisen Lale, Nur, Selma, Ece und Sonay - absolut überzeugend von Laiendarstellerinnen gespielt- wachsen bei ihrer Großmutter in einem Dorf im Norden der Türkei auf. Dem wilden Spiel mit den Jungs aus ihrer Klasse muss in der von borniertem bis brutalem Traditionalismus geprägten Dorfgemeinschaft Einhalt geboten werden: Die Mädchen werden schon bald sackartige Kleider tragen und ans Haus gefesselt sein. Doch ihr Freiheitsdrang bleibt ungebrochen.


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