Lidice
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Lidice

Am 10. Juni 1942 wurde im böhmischen Lidice von der deutschen Besatzungsmacht ein furchtbares Verbrechen verübt. Aus Rache für das Bombenattentat auf ihren obersten Repräsentanten im "Protektorat Böhmen und Mähren", Reinhard Heydrich, wurde das Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Die Männer im Dorf wurden erschossen, Frauen ins KZ verschleppt, Kinder vergast. Petr Nikolaev, dessen Großvater im Zuge der Verfolgungswelle nach dem Attentat auf Heydrich ebenfalls hingerichtet wurde, hat dieses nationale Trauma in eine filmische Erzählung überführt. Er schildert es aus der Perspektive dreier Personen, deren Geschichte belegt ist. Da ist ein junger Mann, der fremd geht und dessen Brief in die falschen Hände gerät. Da ist der tschechische Gendarm Vlček, der sich als Handlanger schuldig fühlt am Schicksal der Bewohner von Lidice. Und da ist František Šíma, der im Affekt einen seiner Söhne umbrachte, und der deswegen ahnungslos im Gefängnis sitzt, während sein Heimatdorf ausradiert und seine Familie und seine Geliebte dem Nazi-Terror zum Opfer fallen.

Czech on Tour 12/12