Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt

Mit dem bedeutendsten proletarischen Film der Weimarer Republik wird die als Marta Wolter 1913 in Berlin geborene Schauspielerin und Widerstandskämpferin Marta Husemann geehrt. In dem unter der Mitwirkung Bertolt Brechts entstandenen Film bekleidet sie in der Figur der Gerda eine der Hauptrollen. Der formal richtungweisende Film greift am Beispiel einer Berliner Arbeiterfamilie die gesellschaftlichen Verhältnisse der Zeit an. In der berühmten Schlusssequenz antwortet Gerda auf die Frage "Wer soll denn die Welt verändern?" mit dem Satz "Die, denen sie nicht gefällt." Ein Appell, dem sich Marta Wolter Zeit ihres Lebens selbst verpflichtet.
Parallel zu ihrem Engagement als Schauspielerin und Drehbuchautorin, wird sie aktives KPD-Mitglied und schließt sich mit ihrem späteren Mann Walter Husemann dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an. Im September 1942 wird sie im Ermittlungskomplex "Rote Kapelle" festgenommen und bleibt bis Kriegende inhaftiert. Walter Husemann wird am 13. Mai 1943 in Plötzensee ermordet. Marta Husemann heiratet 1947 Hans Jendretzky und stirbt am 30. Juni 1960 in Berlin.
Die Filmvorführung mit Gästen findet anlässlich der Schenkung an das Filmmuseum Potsdam einer vom Bildhauer Fritz Cremer angefertigten Totenmaske von Marta Jendretzky statt.

Termine

Auf den Spuren der "Roten Kapelle" I - Die Schauspielerin Marta Husemann