Ryan O’Leary, Caspar Salmon, Michel Tournier, Volker Schlöndorff, Daniel Smith und Jean-Claude Carrière - Foto: Tobis
Ryan O’Leary, Caspar Salmon, Michel Tournier, Volker Schlöndorff, Daniel Smith und Jean-Claude Carrière - Foto: Tobis

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Jean-Claude Carrière und Volker Schlöndorff

November und Dezember 2006

2005 startete das Filmmuseum eine Reihe, in der ein deutscher Künstler einen ausländischen Gast einlädt, dem er sich besonders verbunden fühlt. Im letzten Jahr lud der Potsdamer Regisseur Andreas Dresen den Briten Ken Loach ein. Das Gespräch zwischen den beiden Filmemachern fand beim Publikum großes Interesse. 2006 machten wir Volker Schlöndorff die Offerte: Er schlug den bedeutenden (Drehbuch-)Autor Jean-Claude Carrière vor.
Carrières Vielseitigkeit und Schaffenskraft sind legendär: Seit Anfang der 60er Jahre hat der Drehbuchautor mit unterschiedlichsten Regietemperamenten auf (fast) allen Kontinenten gearbeitet und Fabeln aus (beinahe) sämtlichen Epochen der Menschheitsgeschichte erzählt. Er ist ein Mann für alle Genres - unter seinen rund 130 Drehbüchern finden sich hintergründige Charakterstudien, beißende Gesellschaftsporträts und historische Epen ebenso wie Actionfilme oder burleske Komödien. Diese Vielseitigkeit verdankt sich nicht allein seiner Meisterschaft der szenischen Verdichtung, sondern auch einer tiefen Vertrautheit mit orientalischen wie okzidentalen Erzähltraditionen. Neben der langjährigen Zusammenarbeit mit Peter Brook, Luis Bunuel und Louis Malle nimmt die Begegnung mit Volker Schlöndorff eine zentrale Rolle in seinem Schaffen ein. Der Regisseur verpflichtete ihn vorzugsweise für die Adaption literarischer Vorlagen, die bis dahin als unverfilmbar galten: Grass' "Die Blechtrommel" und Prousts "Eine Liebe von Swann". Auch für "Die Fälschung" schrieb Carrière am Drehbuch mit.
Die Doppelretrospektive lud ein zu überprüfen, wie sehr sich diese beiden eigenwilligen Handschriften ergänzen. Gleichzeitig wurden auch andere wichtige Filme aus dem Werk der beiden Künstler präsentiert.

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