Jan Hus

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Ein Jahrhundert vor Martin Luther predigte Jan Hus in Prag nicht auf Latein, sondern in der Sprache des Volkes, auf Tschechisch. Er verurteilte den Reichtum der Kirche, stellte Wahrheit und Gewissen über weltliche Herrschaft. Am 6. Juli 1415 wurde Hus auf dem Kirchenkonzil in Konstanz als Ketzer verbrannt. Seinem Tode folgte der Beginn der Hussiten- und Religionskriege in Europa.
Der 1954 uraufgeführte Film Jan Hus von Otakar Vávra ist der erste Teil einer »Trilogie über die hussitische Revolution« und betont die revolutionäre und »nationale« Seite der Bewegung. Anders wäre der Film unter dem kommunistischen Regime nicht zu realisieren gewesen. Durch seine hervorragenden Schauspieler sowie seine authentisch wirkenden Dialoge und Ausstattungen bleibt er ein Meisterwerk des tschechischen Kinos.
Einführung: »Das tschechische Hus- und Hussitenbild vor und nach 1989« von Dr. Jan Randák (Historiker, Prag)

In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte und der Universität Potsdam

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