Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

» Kino

Iwans Kindheit
Iwanowo Detstwo

Als "eine entzweigebrochene Welt" bezeichneten Kritiker Iwans Kindheit in Tarkowskis gleichnamigen Erstling. Ein Jugendlicher, fast noch ein Kind mit seiner ungeschützten Seele wird mit Krieg und Gewalt konfrontiert und nimmt selber teil am harten Kampf.
Was geht in seinem Innern vor, wie verformt sich für ihn der Sinn von Worten wie "Zuhause", "Kindheit", "mütterliche Liebe"?
Tarkowski bricht in seinem Film mit der Tradition sowjetischer Kriegsfilme. Er erzählt nicht die Abenteuer eines kleinen Aufklärers, sondern eines Charakters, der vom Krieg verschlungen wird. Kolja Burlajew stellt diesen Elfjährigen als einen Jungen mit zerstörter Psyche dar. Dieser Eindruck wird durch die eckigen Bewegungen seines magereren Körpers, durch sein Stottern, seine Nervosität und Härte vermittelt, mehr aber noch durch den expressiven visuellen Stil, die kontrapunktische Ton-Bild-Montagen und Überlagerung von Traum- und Realitätsebenen.

Erinnerung an eine Utopie