Ich war neunzehn

Zu den in der Foyerausstellung präsentierten Filmpreisen, Präsenten und Urkunden gehört auch eine kleine gusseiserne Reliefplatte, die Konrad Wolf 1972 bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig verliehen bekam. Anlass war die Auswahl seines Spielfilmes Ich war neunzehn. Der junge Deutsche Gregor Hecker, der zu Beginn der faschistischen Diktatur mit seinen Eltern nach Moskau emigrierte, kehrt in den letzten Kriegstagen als Leutnant der Roten Armee in sein Heimatland zurück. Über Lautsprecher fordert er noch kämpfende, deutsche Soldaten zum Überlaufen auf. Täglich begegnet er Deutschen, die er gern verstehen möchte - vom Mitläufer bis zum eingefleischten Nazi. Doch langsam begreift er, dass es "die Deutschen" nicht gibt und dass es nicht reicht, nur von einer neuen, gerechteren Gesellschaft zu träumen. Als Fremder in der alten Heimat, der wie ein Russe denkt und fühlt, entschließt er sich, in Deutschland zu bleiben. In Konrad Wolfs persönlichstem Film reflektiert der Regisseur die eigene Biografie: Als nach Russland Emigrierter nimmt Wolf 1945 an der Befreiung Warschaus teil und anschließend am Angriff der Roten Armee auf Berlin. Nach Kriegsende übernimmt er für kurze Zeit das Amt des sowjetischen Stadtkommandanten von Bernau bei Berlin bevor er sich in Deutschland für den Wiederaufbau des kulturellen Lebens engagiert und sich an der Gründung der DEFA beteiligt.

Termine

Zur Foyerausstellung: Bambi, goldener Spatz und fliegender Ochse 10/10