Willkommen in der Ausstellung; F: J.K.Leopold
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Hexe Lilli geht zum Film

Einladungskarte; Gestaltung: K. Barkmann
7. November 2008 - 20. September 2009
Familienausstellung
"Wie entsteht ein Film?" - diese Frage stand im Zentrum der Familienausstellung, die den jüngsten Museumsbesuchern Gelegenheit bot, sich in zahlreichen Filmberufen selbst auszuprobieren. Die Berufe wurden anhand des Kinderfilms "Hexe Lilli" erklärt, dessen Dreharbeiten in den Babelsberger Filmateliers gerade abgeschlossen worden waren. Ausgewählte originale Sets und Modelle des Szenenbildners Isidor Wimmer wurden im Museum aufgebaut und um Werkstätten ergänzt, in denen die Ausstellungsbesucher selbst Set-Modelle basteln, Kostüme schneidern, Szenen nachspielen und mit einer Kamera aufnehmen konnten. Einer der Filmhelden, die Trickfigur Hektor, führte durch die Ausstellung: Auf Texttafeln erklärte er einzelne Filmberufe und berichtete von seinen Erlebnissen während der Dreharbeiten. Workshops für Kindergruppen gehörten ebenso zum museumspädagogischen Angebot wie die Vorführung des fertigen Kinofilms, um dessen Herstellung sich die Ausstellung drehte.


Kuratorin: Ugla Gräf (FMP)
Gestaltung: Robert Samtleben (Art Department Babelsberg) und
h neun (Berlin)
Plakat: Kerstin Barkmann (FMP)

Mehr zur Ausstellung | Der Film | Presse

Blick in die Ausstellung

Das Hexenbuch
Surulundas Schiff
Surulunda Küche


Autogrammstunde
Anprobe in der Kostümwerkstatt
Kostümworkshop (Kinder des Horts Schulplatz 1 / LBS Sportservice)


Lilli am Set

Lilli am Set
Lilli auf dem Fahhrad
Lilli mit Monster


Hexenbuch - Video
Mehr zur Ausstellung
Das magische Zauberbuch der guten Hexe Surulunda empfing die Besucher und stimmte sie auf die Ausstellung ein. Der Rundgang führte durch vier originale, opulent ausgestattete Filmsets, die vom Art Department des Babelsberger Filmstudios im Museum wiederaufgebaut worden waren: das Hexenschiff der Surulunda, die Küche von Lillis Familie, Lillis Zimmer und der Spukgang aus der Villa des bösen Zauberers Hieronymus. In jedem Raum war die zum Set gehörende Filmgeschichte auf einer Wandtafel nachzulesen und in Ausschnitten auf einem Monitor zu sehen.


Hektor im Kühlschrank
Die ersten drei Sets wurden jeweils in einen Filmbereich und in einen Ausstellungsbereich geteilt. Die Filmbereiche waren mit originalem Mobiliar und Requisiten ausgestattet. Im Lillizimmer erwartete den Besucher außerdem echte Drehatmosphäre - mit Kamera, Scheinwerfern, Regiestuhl, Filmklappe, Kostümen und einem Drehbuch-Auszug als Anregung für eigene Dreharbeiten. Im letzten Set, dem Spukgang, konnten die Besucher sich darin üben, durch Licht und Töne Gruseleffekte zu erzeugen. Ein filmisches Making-Off rundete die Reise durch den Film und seine Herstellung ab.

Die Ausstellungsbereiche innerhalb der Sets waren klar von den Film-Originalen getrennt, das Ausstellungsdesign machte ihren Werkstattcharakter deutlich. Dort fanden die Besucher Informationen übers Filmemachen. Texttafeln, Fotos, Hörstationen, Filmausschnitte und Modelle boten eine Fülle von Hintergrundwissen, das zum Selbermachen an den eigens eingerichteten Arbeitsplätzen in der Szenenbild- und Kostümwerkstatt einlud. Mit verschiedenstem Handwerkszeug und unterschiedlichsten Materialien konnten Besucher eigene Szenenbilder entwerfen oder selbst bauen, ebenso Kostüme skizzieren und anfertigen. Als Anregung dienten die Entwürfe und Modelle der Szenen- und Kostümbildner des Hexe-Lilli-Films.

Das Drehbuch zum Film entstand nach der Kinderbuchserie des Autors KNISTER. Die Schau wurde unterstützt von Art Department Babelsberg, Walt Disney Studios sowie von den Produzenten Motion Pictures Germany, Blue Eyes und Trixter.

HEXE LILLI
Ein Film von STEFAN RUZOWITZKY
mit ALINA FREUND, SAMI HERZOG, ANJA KLING, PILAR BARDEM, INGO NAUJOKS
und MICHAEL MITTERMEIER als Stimme von HEKTOR
in Ko-Produktion mit DOR FILM (Österreich), Steinweg Emotion Pictures (Spanien), Classic (Italien),
Buena Vista International Film Production und Babelsberg Film
Präsentiert von WALT DISNEY STUDIOS MOTION PICTURES GERMANY, BLUE EYES und TRIXTER

Kurzinhalt | Besetzung | Stab | Produktionsnotizen
Interview mit: Hexe Lilli, Stefan Ruzowitzky, Michael Mittermeier

Lilli, Surulunda, Blondine, Hironymus
Lilli und ihre Mutter
Lilli und Surulunda



Kurzinhalt
Jetzt wird´s der alten Hexe Surulunda (PILAR BARDEM) allmählich zu bunt! Hat sich doch der oberfiese Zauberer Hieronymus (INGO NAUJOKS) schon wieder in ihr idyllisches Hexenhäuschen eingeschlichen, um an ihr wohl behütetes Hexenbuch heranzukommen. Ein Glück, dass ihr kleiner, ziemlich verfressener und deshalb etwas übergewichtiger Flugdrache Hektor (Stimme: MICHAEL MITTERMEIER) rechtzeitig zur Stelle ist. Surulunda muss handeln, die Zeit ist reif für eine Nachfolgerin. Hektor macht sich also auf die Suche nach einer würdigen Hüterin des Hexenbuches und landet mit selbigem und viel Getöse im Haus von Lilli (ALINA FREUND)! Als diese das Zauberbuch entdeckt, geht das Durcheinander auch schon los… Lilli zaubert nur Blödsinn. Erst "hext" sie Affen in ihr Zimmer, verwandelt diese dann allesamt in Zicklein und setzt auch noch ihr Klassenzimmer unter Wasser. Hektor hat deshalb alle Hände voll zu tun, Lilli zu erklären, dass sie mit derlei bösen Zaubereien nie und nimmer Surulundas Nachfolgerin werden kann. Und während Lilli in ihrer "Probezeit" schleunigst versucht, eine gute Hexe zu werden, ist der weltbeherrschungswillige Zauberer Hieronymus mit seinem nicht weniger durchtriebenen Mops Serafim schon wieder im Anmarsch, um endlich das Hexenbuch an sich zu reißen und sich so die Welt ein für alle Mal untertan zu machen...

Besetzung
Alina Freund - Lilli
Sami Herzog - Leon
Anja Kling - Mutter
Pilar Bardem - Surulunda
Michael Mittermeier - als Hektors Stimme
Ingo Naujoks - Hieronymus
Theo Trebs - Andreas
Leonard Boes - Jonas
Antonia von Melville - Mona
Yvonne Catterfeld - als Blondine

Stab
Regie - Stefan Ruzowitzky
Produzenten - Corinna Mehner, Martin Husmann (BLUE EYES FICTION GmbH Co. KG), Michael Coldewey (TRIXTER Productions GmbH Co. KG)
Drehbuch - Stefan Ruzowitzky, Armin Toerkell, Ralph Martin
Basierend auf den Kinderbüchern von - KNISTER
Kamera - Peter von Haller
VFX-Supervisor - Hilmar Petersen, Jan Stoltz
Ton - Max Vornehm
Szenenbild - Isidor Wimmer
Kostümbild - Nicole Fischnaller
Maskenbild - Elke Lebender, Katrin Westerhausen
Ko-Produzenten - Danny Krausz (DOR FILM Produktionsgesellschaft m.b.H.), Julia Steinweg (Steinweg Emotion Pictures S.L.), Amedeo Pagani (Classic SRL), Thomas Menne, Justyna Müsch, Wolfgang Braun, Maike Haas (Buena Vista International Film Production Germany GmbH), Dr. Carl Woebcken, Henning Molfenter, Sonja B. Zimmer, Christoph Fisser (Babelsberg Film GmbH)

Produktionsnotizen
Gemeinsam stark - BLUE EYES und TRIXTER
Vom 12. Juni bis zum 9. August 2007 fanden in Berlin-Babelsberg, Potsdam, Wien und in der Umgebung von Wien die Dreharbeiten zu HEXE LILLI, einem der aufwändigsten Kinoprojekte, die in letzter Zeit in Deutschland realisiert wurden, statt. Das zauberhafte Kinderabenteuer beruht auf den millionenfach verkauften Kinderbüchern des erfolgreichen Autors KNISTER. Dazu gibt es auch eine populäre Zeichentrick-Serie, die sich bereits in der zweiten Staffel befindet. Das Besondere an diesem Film ist sicherlich, dass hier Schauspieler mit CGI-Figuren interagieren. Das heißt, man hat es mit einem Live-Action-Film zu tun, der gleichzeitig eine große Anzahl an computergenerierten Effekten enthält. Diese Aufgaben teilen sich zwei Produktionsfirmen: die Ismaninger BLUE EYES und die Münchner TRIXTER Film. Wobei "teilen" nicht das richtige Wort ist, wie Corinna Mehner von BLUE EYES findet: "Es ist schon richtig, dass TRIXTER für die Animation zuständig ist und wir für die Realverfilmung, aber Michael Coldewey und ich sind schon eher ein kreatives Team: Wir haben zusammen an der Drehbuchentwicklung gearbeitet, wir haben zusammen am Charakter Hektor gearbeitet und wir haben zusammen entschieden, wer Regie führt. Und auch in der aufwändigen Postproduktion haben wir uns die Aufgaben aufgeteilt."

Michael Coldewey von TRIXTER hatte sich schon vor langer Zeit die Verfilmungsrechte an den Originalkinderbüchern von "Hexe Lilli" gesichert. Nach der erfolgreichen Produktion einer Zeichentrick-Fernsehserie reifte allmählich der Plan, einen Kinofilm zu realisieren. Coldewey dazu: "Dann sind wir auf die Suche gegangen nach dem besten Realfilm-Produktionspartner und auf Corinna Mehner von BLUE EYES gekommen. Die Erfahrung von Corinna mit Kinderfilmproduktionen und die sehr gut aufgestellte Produktionsfirma BLUE EYES haben gut zusammengepasst. Außerdem hat Corinna schon im Animationsbereich gearbeitet, und damit war die Partnerschaft perfekt."

Lilli im Regiestuhl
Lilli - ein ganz normales Mädchen!?
Ob Bibi Blocksberg oder Harry Potter - Hexen und Zauberer sind sowohl in internationalen als auch nationalen Produktionen derzeit immens populär. Auf den ersten Blick liegt HEXE LILLI also durchaus im Trend, und doch ist sie ganz anders, wie Coldewey betont: "Der Unterschied ist ganz klar: Lilli ist keine Hexe, sie ist ein ganz normales Mädchen in ganz normaler Umgebung mit ihren Freuden, Problemen und Späßen. Und erst am Ende wird sie zur neuen Superhexe. Das macht Lilli anders. Und an den Verkaufszahlen der Bücher und an den Reaktionen der Kinder - es gibt eine Webseite, wo Kinder auch Fragen stellen - merkt man, dass die Kinder sich sehr stark mit Lilli identifizieren. Und wir werden jetzt über die Figur des Drachens Hektor auch bei den Jungs an Zuschauern gewinnen." Corinna Mehner kann dem nur zustimmen: "Sie ist ein sehr, sehr wildes Kind, das gern Abenteuer erlebt und mit Hilfe des Hexenbuches immer sehr viel anstellt, was wieder gerade-gerückt werden muss, und zwar auch ohne Zaubersprüche. Die Kinder identifizieren sich gern mit ihr, die werden im Saal sitzen und denken: ‚Das kann mir morgen auch passieren, dass das Hexenbuch bei mir landet.’ Das ist uns wichtig."
Auch oder gerade bei einem Film, in dem Computereffekte eine wichtige Rolle spielen, besitzt das Casting einen ganz besonderen Stellenwert. Denn die Schauspieler müssen den Film nicht nur tragen, man verlangt in Blue-Screen-Szenen, in die erst später mittels digitaler Technik Figuren - wie etwa der Drache Hektor - und Ähnliches eingefügt werden, ein Höchstmaß an Vorstellungskraft. Corinna Mehner über die Suche nach der geeigneten Hauptdarstellerin: "Lilli muss den ganzen Film tragen. Allein für ihre Rolle haben wir über ein halbes Jahr gecastet. Alina Freund ist uns schon relativ früh begegnet, sie kommt aus München, und es hat sich dann von Recall zu Recall ganz am Schluss gezeigt, dass wir sie am besten finden. Alina hat schon erste Erfahrungen in Fernsehfilmen sammeln können, im Gegensatz zu Sami Herzog, der Lillis Bruder Leon spielt. Ihn haben wir direkt vom Schulhof weg gecastet."

Der dicke Drache Michael M.
Die Besetzung des bösen Zauberers Hieronymus, der unbedingt in den Besitz des Hexenbuches gelangen will, war ebenfalls eine Herausforderung, ist hier doch große Schauspielkunst gefragt. Corinna Mehner: "Bei Ingo Naujoks haben wir wirklich aufgeschrien. Das war wie für ihn geschrieben, und auch jetzt, während der Dreharbeiten, zeigt sich, dass er auf der einen Seite etwas Gruseliges haben kann, aber auch - ganz wichtig - diesen Humoraspekt mit sich bringt. Bei Anja Kling, die Lillis Mutter spielt, war es ähnlich: Wir haben einige Szenen im Buch, wo sie viel Humor zeigen muss. Sie spielt sehr auf den Punkt und hat uns sofort überzeugt."
Die Suche nach der Stimme für den Drachen Hektor war dagegen leicht, schließlich hatte Regisseur Stefan Ruzowitzky schon beim Drehbuchschreiben eine ganz bestimmte Person im Kopf. Corinna Mehner erinnert sich: "Stefan hat diese Rolle Michael Mittermeier so auf den Leib geschrieben, dass er sich sehr schnell in sie verliebte. Er spricht ganz toll und das Wunderbare ist: Alles, was er sagt, kommentiert er mit Gesten, und darin steckt sehr viel Witz. Und diese Gesten hat unser Drache übernommen, denn Michael ist nicht nur die Synchronstimme, wir haben auch sein Acting aufgenommen, an dem sich dann die Animation orientiert hat."

Stefan Ruzowitzky - vielseitiger Vater
Dass der Österreicher Stefan Ruzowitzky bei diesem Stoff Regie führen würde, lag nicht unbedingt auf der Hand. Schließlich hatte er bis dato im Bereich Kinderfilm noch keine Erfahrungen sammeln können. Doch Corinna Mehner und Michael Coldewey sind überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben: "Ich war von der Idee sofort extrem begeistert. Mit einer neuen Art von Heimatfilm, wie DIE SIEBTELBAUERN, einem Studententhriller wie ANATOMIE oder einem sehr komplexen Film über die Nazizeit wie DIE FÄLSCHER, hat er seine Vielfältigkeit bereits unter Beweis gestellt. Einem Regisseur, der so unterschiedliche Genres bedienen und jeweils so faszinierende Filme machen kann, gelingt dies auch bei Family-Entertainment. Zumal Stefan auch noch zwei Töchter hat, die genau im Alter unserer Zielgruppe sind. Das alles war für mich ausschlaggebend."

Apropos Zielgruppe: Corinna Mehner weiß schon ganz genau, wer sich HEXE LILLI unbedingt ansehen muss: "Natürlich die Kinder, so wie beim Ursprungsbuch auch. Wir haben uns entschieden, einen spannenden Film zu machen, der aber gleichzeitig lustig ist. Und man hat hier immer mal wieder die Möglichkeit, die Witze so doppeldeutig zu machen, dass man ganz sicher auch die Eltern damit amüsiert."
Nach den Dreharbeiten zu HEXE LILLI begann der aufwändige Postproduktionsprozess. Er beinhaltet neben dem Schnitt auch die Animation und die visuellen Effekte. Zuletzt wurden dann die Geräusche, vor allem die für Hektor, kreiert und Klaus Badelt konnte mit seiner Arbeit für den Soundtrack beginnen. Alles in allem zog sich der Entstehungsprozess über einen Zeitraum von rund drei Jahren hin, wobei allerdings fast zwei Jahre auf die Entwicklung des Drehbuchs entfielen. Walt Disney Studios Motion Pictures Germany bringt HEXE LILLI am 19. Februar 2009 in die deutschen Kinos.

Lilli
Interview mit Alina Freund (Hexe Lilli)
Hallo Alina, auf die Rolle der Hexe Lilli waren bestimmt eine ganze Menge Mädchen scharf, oder?
Ja, ich glaube schon. Auch die Tochter einer Freundin meiner Mama war beim Casting mit dabei und wollte Hexe Lilli werden. Ich selbst habe eigentlich überhaupt nicht damit gerechnet, dass ich es werde. Als ich es dann erfahren habe, waren wir gerade bei meinem Opa am Chiemsee.

Was ist die Hexe Lilli für ein Mädchen?
Eigentlich ist sie ein ganz normales Mädchen mit roten Haaren. Aber dann bekommt sie dieses Hexenbuch und wird sozusagen zur kleinen Hexe, weil sie ja die Nachfolgerin von der alten Surulunda werden soll. In unserem Film ist das etwas anders als in den Büchern, denn hier liegt das Buch plötzlich unter ihrem Bett.

Und was macht Hexe Lilli mit diesem Buch?
Zuerst zaubert sie Affen herbei und stellt mit ihnen viel Unfug an. Dann probiert sie zum Beispiel einen Liebeszauberspruch aus, weil sie in den Andreas verknallt ist. Sie muss sich die Hexensprüche auch immer aufschreiben, sonst kann sie sich die Texte nicht merken. Ein anderes Mal hext sie dann noch ein paar blöden Zicken aus der Schule Hundeschwänze an.

Im Film gibt es jemanden, der es auf die kleine Lilli besonders abgesehen hat.
Ja, das ist Hieronymus, ein böser Zauberer. Der will das Hexenbuch unbedingt haben, damit er die Weltbeherrschungsmaschine bauen kann. Das bekommt er dann auch. Und Hexe Lilli und ihre Freunde müssen es zurückholen. Aber mehr verrate ich jetzt nicht.

Wie böse ist denn Hieronymus eigentlich?
Der ist gar nicht so schlimm. Eigentlich ist er sogar ganz lustig. Hieronymus will nur dieses Buch haben, aber der Hexe Lilli zum Glück nichts antun. Er will ja der große Zauberer sein, aber er ist so schusselig, dass er aus Versehen seinen Assistenten in einen Mops verwandelt hat. Und wer verwandelt schon seinen Assistenten in einen Mops? Daran kann man schon erkennen, dass er ein sehr lustiger Bösewicht ist.

Und dann gibt es da noch einen Freund, der Hexe Lilli zugeflogen ist...
Das ist Hektor, ein kleiner Flugdrache. Der ist halt etwas dicklich und macht immer Unfug. Außerdem ist er grün und sieht süß aus. Hektor ist mit dem Buch mitgeflogen, weil Surulunda ihm gesagt hat, dass sie eine Nachfolgerin braucht und er ihr dabei helfen soll.

Wie muss man sich das mit Hektor bei den Dreharbeiten vorstellen?
Der wird ja animiert. Deshalb war da eine Puppenspielerin, und wenn man den Hektor nicht gesehen hat, dann hat sie die Handpuppe in die Kamera gehalten, damit ich mir das ein bisschen besser vorstellen konnte. Manchmal mussten Szenen auch extra gedreht werden. Da war dann eine weiße Kugel, in die man den Hektor später reinsetzen kann.

Wie hast du dich mit Stefan Ruzowitzky verstanden?
Der war nett. Elke ist unsere Maskenbildnerin, und mit der habe ich immer noch Kontakt. Die hat mir erzählt, dass der Stefan den Oscar® gewonnen hat. Ich fand das natürlich super, dass ich mit so einem tollen Regisseur gearbeitet habe.

Du hast ja schon in zahlreichen Filmen mitgespielt. Hat dir diese Erfahrung geholfen?
Eigentlich schon. Wenn man meinen ersten Film und dann HEXE LILLI einmal anschaut, dann ist das wirklich ein großer Unterschied. Am Anfang war ich total unerfahren und habe nur so gespielt. Ich glaube, dass ich mich jetzt viel besser hineinversetzen kann.

Man sagt ja oft, dass man bei Dreharbeiten viel rumsitzt und sich langweilt.
Das stimmt überhaupt nicht. Natürlich hatte ich auch Pausen, aber es ist so ähnlich wie Reiten. Das ist auch anstrengend, aber es gefällt den meisten Kindern. Und so ist es bei den Filmarbeiten auch. Du drehst zwar, aber später bekommst du dann sozusagen eine Belohnung dafür, wenn der Film in die Kinos kommt. Natürlich ist das anstrengend, aber es macht wirklich Spaß, und das ist das Wichtigste.

In HEXE LILLI hast Du ja auch einen kleinen Bruder: Leon. Wie ist denn dein Verhältnis zu ihm?
Lilli hat Leon schon gern. Denn eigentlich mag ja jeder seinen Bruder, auch wenn er manchmal nervt. Auch Lilli mag ihren Bruder, aber sie sagt natürlich immer nur: "Ach der nervt, der ist dumm, der ist blöd …", und am Anfang vom Film sagt sie sogar: "So ein Scheiß-Bruder..."

Wer, glaubst du, soll sich HEXE LILLI im Kino ansehen?
Eigentlich kann sich jeder den Film anschauen. Die Bücher sind zwar eher etwas für kleinere Kinder, aber der Film ist anders. Der ist wirklich etwas für Größere, auch für Jungs. Bei einer Vorführung fanden manche Jungs HEXE LILLI sogar besser als die WILDEN KERLE Und da habe ich mir gedacht: "Das ist doch ein gutes Zeichen!"

Wirst du denn auch für eine Fortsetzung zur Verfügung stehen?
Ja, natürlich. Ich weiß sogar schon ein kleines bisschen, was im zweiten Teil passiert. Ob es auch einen dritten Teil geben wird, weiß man noch nicht. Da muss man erst schauen, wie viele Leute ins Kino gehen. Deshalb habe ich auch zu meinen Freundinnen gesagt: "Ich kann euch wirklich nicht alle zur Premiere einladen, weil dann ja keiner mehr ins Kino geht, und dann kommt noch nicht mal ein zweiter Teil und das wäre natürlich sehr schade..."

Interview mit Stefan Ruzowitzky (Regisseur)
Wenn man den Namen Stefan Ruzowitzky hört, denkt man ja nicht zwangsläufig an Kinderfilme...
In meiner Biografie muss man jenen Teil lesen, in dem es um die private Situation geht. Und da liest man, dass ich zwei Töchter habe, die eine acht und die andere zehn. Dann macht es schon viel mehr Sinn, dass ich einen Film wie HEXE LILLI mache.

Waren denn Ihre Töchter mit den "Hexe Lilli"-Büchern vertraut?
Wir haben welche, obwohl ich das nie so registriert hatte. Aber als ich die Anfrage bekam, habe ich mich im Kinderzimmer einmal umgesehen und einige Bücher gefunden. Als ich dann meine Töchter zu meinem neuen Projekt interviewt habe, waren die natürlich hellauf begeistert, dass auf diese Art Hexe Lilli ins Haus kommt. Später haben die beiden natürlich von KNISTER Bücher mit persönlicher Widmung und lauter irre Dinge mit hohem Statussymbolwert bekommen.

Wie ist das Projekt letztlich zustande gekommen?
Ich bin ganz normal gefragt worden. Und da ich eben zwei Töchter in dem Alter habe, hatte ich auch selbst das Gefühl, eine gewisse Kompetenz zu besitzen. So glaube ich auf der einen Seite zu wissen, wo in diesem Alter die Grenze zwischen lustig und kindisch ist, die sich ja ebenso laufend verschiebt wie die Grenze zwischen gutem Grusel und "einer Woche schlecht schlafen". Und auf der anderen Seite habe ich wirklich ein paar Dialoge, die manchmal aus dem Kinderzimmer rausgeschrien werden, wortwörtlich abgeschrieben. Eine meiner Töchter hat sich dann auch beschwert und gesagt, sie fände das gemein, dass ich da lauter Sachen schreibe, die sie gesagt hat.

Eine der Hauptrollen spielt der CGI-Drache Hektor. Wie sind Sie als Realfilm-Regisseur mit ihm zurechtgekommen?
Eine solche Situation, dass eine Hauptfigur nicht am Set anwesend war, hatte ich bisher noch nie. Aber ich habe natürlich schon Erfahrung mit CGI und auch mit Animationen, nur in kleinerem Rahmen. Das Gleiche gilt für Kinder und Tiere. So geballt hatte ich das bisher noch nie erlebt, aber es war auch nicht das erste Mal.

Es heißt ja, dass man exakt das beim Filmemachen meiden sollte...
Genau. Wir hatten tatsächlich in jeder Einstellung ein Kind oder ein Tier oder eine CGI-Figur. Und manchmal hatten wir sogar alle drei gleichzeitig im Bild. Das war schon sehr sportlich.

Kann man sagen, dass HEXE LILLI Ihr bis dato nerven-aufreibendstes Projekt war?
Eigentlich nicht. Das hat auch immer etwas mit der Herangehensweise zu tun. Und die war auch bei DIE FÄLSCHER extrem. Hier habe ich sehr viel mit den Schauspielern geprobt, was dann beim Dreh ganz großartig funktioniert hat. Bei HEXE LILLI war das genaue Gegenteil der Fall. Da haben die Kinder nicht einmal ein Drehbuch bekommen, sondern nur eine Zusammenfassung des Inhalts. Denn ich wollte nicht, dass sie zu Hause etwas auswendig lernen und dann den Text aufsagen. Es sollte eine gewisse Spontaneität und Natürlichkeit erhalten bleiben. Aber das war im Endeffekt auch nicht komplizierter oder nervenaufreibender, jedes Filmprojekt hat so seine eigenen Schwierigkeiten und Anforderungen.

Es wird behauptet, dass die Idee, Michael Mittermeier als Stimme von Hektor zu besetzen, von Ihnen stammt.
Das stimmt. Es ist ganz lustig, wie es dazu kam. Ich habe einmal in Los Angeles die ehemalige Produktionschefin von Disney getroffen. Und sie sagte, dass ein guter Kinderfilm anarchistisch sein muss. Und ich finde, dass Hektor etwas Anarchistisches besitzt. Der ist kein Schlauer, Angepasster, sondern - ganz im Gegenteil - ein lieber Tunichtgut. Und darauf passt Michael Mittermeier großartig.

HEXE LILLI steht und fällt mit der Besetzung der Titelrolle. War es schwierig, dafür jemanden zu finden?
Ja, durchaus. Wir haben natürlich sehr, sehr viele Kinder ausprobiert. Aber ich war mir dann relativ bald sicher und habe mich auch dadurch bestätigt gefühlt, wie Alina Freund das gemeistert hat. Sie besitzt Leinwand-Präsenz und schauspielerisches Talent. Alina hat diesen Typ genauso rübergebracht, wie ich mir das vorgestellt hatte: eine selbstbewusste, energievolle junge Dame.

Eine weitere zentrale Figur, den bösen Zauberer Hieronymus, hat Ingo Naujoks übernommen.
Ich hatte immer im Kopf, dass Hieronymus mit einem Bademantel herumläuft. Denn ich wusste von meinen Töchtern, dass man mit Grusel und Böse aufpassen muss. Deswegen sollte der Gegner von Hexe Lilli eher ein lustiger Bösewicht sein - auch eine klassische Disney-Konstellation -, da in diesen Filmen ja die Schurken auch oft ziemliche Armleuchter sind. Man fürchtet sich schon ein bisschen vor ihnen, aber man kann sich gleichzeitig sicher sein, dass es am Ende gut gehen wird, weil der Oberbösewicht so doof ist, dass der Heldin nichts passieren kann.

Apropos Disney. HEXE LILLI ist ja die erste deutsche Produktion, die mit dem offiziellen Disney-Label in die Kinos kommen wird. Was halten Sie davon?

Das ist eine hohe Ehre. Denn Disney steht einfach dafür, Filme für Kinder zu machen. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Vor kurzem wurde ich in einem Interview gefragt, welches denn meine Lieblingskinderfilme wären, und da fielen mir auf Anhieb nur Disney-Filme ein. Mit "Dumbo", "Toy Story", "Aristocats" und wie sie alle heißen in einer Reihe zu stehen, ist natürlich ehrenvoll.

Haben Sie eine Lieblingsszene in HEXE LILLI?
Da gibt es viele. Vielleicht das untergehende Klassenzimmer. Denn wir wollten Welten schaffen, von denen jedes Kind sagt: "So will ich das auch haben, ich will auch so ein tolles Zimmer wie die Lilli, eine Mama, die so lieb ist und einen bunt gemusterten Rock anhat, und ein Klassenzimmer, das so schön bunt ist, und eine Lehrerin, die so nett ist. Und das Tollste, was ich mir vorstellen kann, ist, dass ein Klassenzimmer unter Wasser steht und man zwischen den Bänken durchtauchen kann." Das war die Grundidee dieses Films.

Für wen haben Sie - von Ihren Töchtern einmal abgesehen - HEXE LILLI gemacht?
Für das Publikum natürlich. Das habe ich immer sehr im Auge, und das heißt in diesem Fall: die Kinder, und nicht die Eltern...

Obwohl es ja durchaus auch etwas für Erwachsene zu entdecken gibt...
Was ich bei guten Disney-Filmen so schätze, ist, dass sie auf mehreren Ebenen funktionieren, dass über ein und denselben Witz Eltern und Kinder lachen können. So etwas finde ich ganz großartig. Aber prinzipiell geht es darum, einen Film für Kinder zu machen, und den Eltern wirft man halt immer wieder mal einen Brocken hin, damit sie auch ihren Spaß haben.

Was unterscheidet Hexe Lilli von ihren nicht minder populären Kollegen Harry Potter oder Bibi Blocksberg?
Dass Lilli keine geborene Hexe ist. Sie ist ein ganz normales Mädchen, das eines Tages ein Zauberbuch unter dem Bett findet. Das könnte auch dir passieren. Auch du könntest ein Zauberbuch unter deinem Bett finden und damit wundersame Dinge anstellen. Das heißt, die Identifizierungsmöglichkeiten sind wesentlich größer - als Hexe geboren zu werden, das haben wir alle schon verpasst.

Sie haben 2008 den Oscar® für DIE FÄLSCHER gewonnen. Gehen Sie jetzt nach Hollywood?
Das ist so ein Mythos. Im Prinzip hat man jetzt schon die Möglichkeit, größere internationale Projekte zu machen, die auch gar nicht unbedingt in Amerika gedreht werden müssen. Hollywood ist da lediglich ein Verknüpfungspunkt, wo ein Projekt zusammengestellt wird, bei dem ein österreichischer Regisseur mit einer australischen Schauspielerin und einem englischen Kameramann in Marokko dreht. Das hat mit Amerika sehr wenig zu tun, aber Hollywood bleibt der Punkt, an dem das alles zusammengebastelt wird.

Lilli und Hector
Interview mit Michael Mittermeier (Stimme von Hektor)
Wer kam eigentlich auf die Idee, Sie als Synchronstimme für einen kleinen Drachen zu engagieren?
Soweit ich weiß, war Stefan Ruzowitzky derjenige, der meinen Namen sehr schnell im Kopf hatte. Obwohl ich ja nicht unbedingt der nächstliegende Gedanke bin, mochte er wohl meine Körpersprache, die ich auf der Bühne habe, und dachte sich, dass das zu diesem komischen kleinen Drachen passen könnte.

Waren Sie sofort interessiert?
Ich fand die Kombination, dass aufgrund meiner Mimik etwas Neues animiert wird und dass Stefan Ruzowitzky einen Kinderfilm macht, sehr schräg. Für mich bestand der Reiz ja nicht darin, zu sagen: "Oh, jetzt synchronisiere ich irgendeine Figur, die aus Amerika kommt." Mich hat vor allem der kreative Prozess interessiert. Du kreierst ja quasi die Bewegung, die Mimik und auch den Charakter so ein bisschen mit, obwohl das natürlich durch das Drehbuch schon vorgegeben ist.

Sie mussten Ihre Arbeit ja bereits vor Beginn der Dreharbeiten leisten. Wie kamen Sie damit zurecht?
Wir hatten viel Spaß bei den Aufnahmen. Natürlich saß damals noch nicht jedes Detail, aber es war schon sehr viel Gutes dabei und die ganze Grundstruktur hat gestimmt. Dass man später, wenn man die Bilder dazu sieht, Stellen findet, die man anders, vielleicht kräftiger sprechen muss, ist ja klar. Natürlich synchronisiert man dann Stellen nach, um das Ganze ein bisschen abzurunden und noch perfekter zu machen.

Das klingt nach relativ großem Aufwand.
Am Anfang ist man von vier, fünf Tagen ausgegangen. Mittlerweile kann man das multiplizieren. Denn so eine Figur ist doch arbeitsintensiver als man geglaubt hat. Aber es macht ja auch Spaß. Mir ist daran gelegen, dass es wirklich richtig gut wird. Außerdem reizt es mich, einen neuen Charakter zu erschaffen, der bestenfalls Teil zwei und drei nach sich ziehen wird und für die Kinder zu einer Figur wird, die sie vielleicht in 20 Jahren noch lieben.

Ihre Erwartung an HEXE LILLI ist also durchaus hoch.
Man weiß ja vorher nie, was so alles passiert, aber ich glaube, dass wir alle zusammen etwas sehr Schönes vollbracht haben. Die Figur ist ganz toll animiert. Meine Bewegungen, Mimik und Sprache - das ist alles sehr gut umgesetzt. Der Film hat ein gutes Drehbuch und Stefan hat da richtig tolle Arbeit geleistet. Das ganze Styling des Films, das Ambiente, die Farben - das ist nicht irgendein deutscher Kinofilm. HEXE LILLI besitzt nicht nur eine eigene Bildsprache, sondern auch eine eigene Sprache des Erzählens.

Im Gegensatz zu Ihren Kollegen haben Sie sich viel Zeit für Ihre erste Kinoarbeit gelassen. Woran lag es?
Ich bin ein großer Kinobegeisterter und habe immer gesagt: Wenn ich einmal etwas mache, dann etwas, was zu mir passt und richtig toll ist. Kino reizt mich erst, wenn man etwas tut, was nicht alltäglich ist, oder wenn es ein tolles Drehbuch gibt. Was mir bei meiner Entscheidung sicherlich geholfen hat, war, dass wir für die DVD meines letzten Programms ein komplett animiertes Menü mit vielen kleinen mexikanischen Kakerlaken entworfen haben. Eineinhalb Jahre haben wir daran gearbeitet, die Figuren zu animieren und die Texte dafür zu schreiben. Da habe ich erfahren, wie viel Spaß das machen kann und welche Möglichkeiten sich ergeben. Und genau zu dem Zeitpunkt, als wir dieses Projekt abgeschlossen hatten, kam dann die Anfrage für HEXE LILLI.

Der Drache Hektor neigt ja zu Übergewicht, nicht unbedingt eine Eigenschaft, die er mit Ihnen teilt …
Ich habe natürlich monatelang nur Süßigkeiten gegessen. Nein, Spaß beiseite: Ich habe mich so bewegt wie ich mich immer bewege und nicht viel darüber nachgedacht. Und genau das macht es auch aus. Bei Hektor sollen ja viele Bewegungen aus dem Bauch heraus kommen, aus der Intuition. Stefan Ruzowitzky hat auch die Synchronregie gemacht, da kam vieles spontan, auf der anderen Seite hat er aber auch seine Anmerkungen gemacht und mich wie einen Schauspieler geführt.

Wie wichtig ist die Stimme bei einer animierten Figur?
Die Mimik, die Bewegungen sind schon sehr wichtig und auch in der Optik steckt viel drin. Aber ohne eine gute Stimme wird so eine Figur immer eindimensional bleiben. Deshalb gibt man sich in Amerika auch extrem viel Mühe, gute Sprecher zu finden: Stars wie Tom Hanks oder Eddie Murphy, der Esel bei "Shrek". Und gerade die Kids erinnern sich genau an die Stimme. Wir haben die Erfahrung selbst gemacht, als ich ans Set kam, und die Kinder, die mich noch nicht aus dem Fernsehen kannten, plötzlich riefen: "Schau mal, der Hektor, der Hektor!", denn zuvor hatten sie eineinhalb Monate nur meine Stimme gehört.

Hector
Hektor besitzt die eine oder andere Marotte. Welche mögen Sie denn besonders?
Er ist ein großer Baucharbeiter. Das heißt: Er redet zuerst und denkt dann nach. Und damit kann ich auch dienen. Im Grunde genommen bin ich so zur Comedy gekommen. Verbale Inkontinenz nenne ich das gerne. Hektor ist liebenswürdig schusselig, er verdaddelt auch mal das eine oder andere, aber er besitzt einfach ein riesiges Herz. Eine tolle Figur, die wirklich nicht nur eine Dimension hat.

Mit Alina Freund alias Hexe Lilli haben Sie vermutlich wenig zu tun gehabt?
Ich habe sie am Set getroffen und ein Fotoshooting mit ihr gemacht. Als ich das erste Bild von ihr gesehen habe, wusste ich, dass sie die ideale Besetzung für die Lilli ist. Keine leichte Aufgabe, denn sehr viel in dem Film trägt die Hauptdarstellerin. Das ist die Basis. Wenn die nicht stimmt, bricht alles zusammen. Aber sie hat das ganz toll gemacht: nicht nur die stimmige Optik, sondern auch, wie sie gespielt hat.

Lilli,hector,Buch
Was macht den Witz von HEXE LILLI aus?
Eine gute Geschichte, ein gutes Buch, gute Darsteller: Bei diesem Film ist wirklich sehr viel gelungen. Wen ich persönlich ganz toll finde, ist Ingo Naujoks, der den Hieronymus spielt. Der ist ganz anders als die Zauberer, die man sonst so kennt. Er ist eher ein Punk-Zauberer, denn meines Erachtens kannst du den Kindern heutzutage keinen alten Mann mit langem Bart und spitzem Hut als Zauberer verkaufen. Das langweilt doch. Und auch der Mops ist so richtig subversiv, genauso, wie der Hektor etwas Anarchisches hat. Das mag ich sehr gerne.

CGI war ja bis dato immer eine Domäne der Amerikaner. Können wir Deutschen da inzwischen mithalten?
HEXE LILLI ist ja kein komplett computeranimierter Film. Aber Bully hat mit LISSI UND DER WILDE KAISER vorgemacht, dass wir auch mit 40 Millionen Euro weniger etwas Tolles machen können. Wir haben in Deutschland immer das Problem, dass wir aus unserem kleinen Markt nur schwerlich herauskommen. Nichtsdestotrotz brauchen wir uns nicht zu verstecken. Die Figur des Hektor hat beispielsweise sicherlich das Niveau eines Charakters, wie wir ihn aus Amerika kennen. Man kann 100 Millionen Dollar für einen Film ausgeben, aber wenn die Figuren nicht stimmen, dann interessiert es keinen. So jemand wie Hektor muss Wärme besitzen. Wenn er ins Bild kommt und einmal niest oder lacht, dann muss man ihn mögen, nicht als Computerfigur, sondern als Kuscheltier zum Knuddeln fürs Kinderzimmer.

Normalerweise treten Sie in riesigen Hallen vor Livepublikum auf. Wie empfanden Sie die "einsame" Arbeit im Glasstudio?
Es ist eine Umstellung. Aber du suchst dir dein Publikum so aus, wie es eben vorhanden ist. In diesem Fall Stefan als Regisseur und der Tonmann am Pult. Dann gibt es noch einen Synchronregisseur, einen Beleuchter und einen mit der Kamera. Entscheidend ist oft nicht die Menge, sondern die Qualität des Publikums. Wenn du zum Beispiel am Abend bei "Wetten, dass …?" auftrittst, musst du am Nachmittag eine Probe machen. Und diese Probe spiele ich dann für die Kameraleute. Wenn die reagieren, weiß ich, dass es klappt. Und so ähnlich lief es auch im Synchronstudio.

Letzte Frage: Wem würden Sie HEXE LILLI ans Herz legen?
Allen Kindern von sieben bis zwölf oder 13. Und darüber hinaus jedem, der einen Hang zu schönen Zaubergeschichten hat. HEXE LILLI ist also auch etwas für Erwachsene - der Film wird sie zurückholen in ihre Kindheit, wo sie dann gemeinsam mit den Kids Abenteuer bestehen, und ein kleiner Drache ist auch noch mit dabei. Ich denke, dass jeder, der früher gerne schöne Kinder- und Jugendbücher gelesen hat, diesen Film mögen wird.

PRESSE
Auch Zaubern will gelernt sein
"Hexe Lilli" entstand in Babelsberg
MAZ, 20.2.2009, Jörg Giese
Unzählige Abenteuer hat die kleine "Hexe Lilli" bereits bestanden, kämpfte gegen Grabräuber, schlug sich mit Krokodiljägern herum und besiegte wilde Piraten. Obwohl schon 15 Bände der Roman-Reihe erschienen sind, ließ der Weseler Autor Knister eine Frage immer offen: Wie ist Lilli eigentlich zu dem Zauberbuch gekommen, dessen Sprüche ihr die magischen Kräfte verleihen, mit denen sie sich immer wieder unfreiwillig in Bedrängnis bringt? Dieses Rätsel löst jetzt der erste Hexe-Lilli-Film "Der Drache und das magische Buch", der unter anderem in den Babelsberger Filmstudios entstand.

Die alte Hexe Surulunda ist den Kampf gegen den bösen Zauberer Hieronymus leid und sucht eine Nachfolgerin. Finden soll sie Surulundas Gefährte Hektor, ein kleiner, übergewichtiger Flugdrache. Der grüne Tollpatsch landet mit viel Getöse im Haus von Lilli und eröffnet ihr, dass sie Hexe werden könne - wenn sie die Probezeit übersteht, in der sie zeigen soll, das sie mit Magie verantwortungsvoll umgehen kann. Doch zunächst beweist sie das Gegenteil, setzt ihr Klassenzimmer unter Wasser und hext ihren Kameradinnen Hundeschwänze an.

"Hexe Lilli" ist die erste deutsche Produktion, die das neue Label Disney Europe trägt. Der Film fügt sich gut in die Philosophie des Entertainment-Konzerns ein, bietet heitere Familien-Unterhaltung mit Happy-End. Obwohl Knisters Drehbuch lediglich gängige Versatzstücke des Fantasy-Genres variiert, hat Regisseur Stefan Ruzowitzky, der 2008 für "Die Fälscher" den Oscar erhielt, daraus einen charmanten Kinderfilm gemacht. Man merkt "Hexe Lilli" an, dass Ruzowitzky den jungen Schauspielern vor dem Dreh lediglich den Inhalt der Szenen verriet und die Dialoge improvisieren ließ. Entsprechend spontan agieren die Kinder.

Hauptdarstellerin ist Alina Freund, die als Hexe Lilli allmählich vom unbekümmerten Mädchen zur entschlossenen Weltretterin wird. Sie muss Hieronymus aufhalten, der sich zusammen mit seinem Kumpanen Serafim, einem Mops, das Buch angeln will, um damit seine Weltbeherrschungsmaschine in Gang zu setzen. Ingo Naujoks gibt Hieronymus als schusseligen Exzentriker im Bademantel, wirkt dabei allerdings eher blöde als böse. Ein Besetzungscoup ist Ruzowitzky dagegen mit Michael Mittermeier als Stimme des computeranimierten Hektors gelungen, dessen subversive Späße den Drachen zum Liebling der jungen Zuschauer machen dürften. Abgesehen von Hektor hält sich Ruzowitzky mit digitalem Filmzauber zurück und setzt auf klassische Ausstattungskunst. Hieronymus’ Hauptquartier ist eine düstere Rumpelkammer, die Weltbeherrschungsmaschine ein chaotisches Gewirr aus Röhren und Kabeln.

Ergänzend zum Film bietet das Potsdamer Filmmuseum noch bis zum 20. September Gelegenheit, die originelle Arbeit von Szenenbildner Isidor Wimmer zu begutachten. Sollten die Lilli-Fans der kleinen Hexe auch im Kino die Treue halten, werden die Sets bald wieder in den Babelsberger Filmstudios zum Einsatz kommen. Ein zweiter Film mit "Hexe Lilli" ist in Planung.

Magische Momente
Kinostart für "Hexe Lilli" / Potsdam als malerische Kulisse / 6000 Besucher in Ausstellung
MAZ, 19.2.2009, Ricarda Nowak
"Wollen Sie sich noch einen anderen Job suchen?", fragte ein Knirps Anja Kling. Die sympathische Schauspielerin, kürzlich erst mit einer Goldenen Kamera für ihr Können geehrt, lachte: "Manchmal denke ich darüber nach. Aber nein, eigentlich möchte ich nicht den Beruf wechseln."

Ob der Junge nur nicht von der Mimin als "Hexe Lillis" Mutter überzeugt war oder einfach nur eine abseitige Frage stellen wollte, blieb unklar. Viele Kinder, die gestern Nachmittag im Filmmuseum die Premiere von "Hexe Lilli - Der Drache und das magische Buch" erlebten, interessierten sich insbesondere für die vielen Tricks in der Adaption der Knister-Werke. Fliegt der böse Zauberer Hieronymus wirklich in die Luft? Wie lernt der Mops sprechen? Warum kann Lilli plötzlich an der Decke laufen? Und wurde das Klassenzimmer wirklich geflutet? "Diese Szene haben wir in einem Schwimmbad in Österreich gedreht, die Kinder saßen tatsächlich im Wasser", erklärte Außenrequisiteur Christian Krüger einem Mädchen.

Krüger war auch für die Motivsuche verantwortlich und setzte die Vorgaben von Stefan Ruzowitzky um. Der Oscar-prämierte Regisseur ("Die Fälscher") habe warme, freundlich anmutende Backsteingebäude verlangt - und so spielt das Holländische Viertel im Film eine fast genauso große Rolle wie Lilli, die von Alina Freund verkörpert wird. Auch andere Ecken Potsdams wurden prominent in Szene gesetzt. Das Mercure-Hotel ist zu sehen, die Evangelische Grundschule in der Großen Weinmeisterstraße sowie Wohnblocks am Platz der Einheit. Den Kulissenbau - etwa vom Schiff der Hexe Surulunda - übernahm das Art Department von Studio Babelsberg. "Hexe Lilli" entstand im Sommer 2007, koproduziert von der Studio-Tochter Babelsberg Film GmbH. Ob es einen zweiten Teil von "Hexe Lili" geben wird, ist noch unklar. Gestern hieß es, dass die Besucherzahlen der ersten beiden Kinowochen abgewartet werden sollen, bevor über ein Sequel entschieden wird. Anja Kling, die gestern ihre Sprösslinge Alea (4) und Tano (8) mitbrachte, würde gern noch einmal Lillis Mutter spielen. "Kinderfilme haben einen ganz besonderen Zauber", sagte die Wilhelmshorsterin.

Flankierend zum Lichtspiel, das heute in den Kinos anläuft, lädt das Filmmuseum in die Ausstellung "Hexe Lilli geht zum Film" mit Originalkulissen und Workshop ein. Christine Handke zufolge kamen seit der Eröffnung Anfang November rund 6000 Gäste. Nach Kinostart erhofft sich die Marketingchefin einen deutlichen Anstieg der Besucherzahlen. In den Osterferien wird "Lilli"-Darstellerin Alina Freund im ehemaligen Marstall an der Breiten Straße erwartet.

Hexenlabor im Schuhkarton
Medienpädagogik im Potsdamer Filmmuseum: Wie Grundschüler mit Hexe Lilli lernen, Kinobilder zu zaubern
Potsdamer Neueste Nachrichten, 11.2. 2009, Antje Horn-Conrad

In wenigen Tagen ist es soweit, dann flimmern sie endlich über die Leinwand: die kleine Hexe Lilli, der vorwitzige Drache Hektor, der fiese Zauberer Hieronymus mit seinem Mops Serafim und all die anderen guten und bösen Gestalten aus dem in Potsdam gedrehten Film "Hexe Lilli - Der Drache und das magische Buch". Der bekannte Kinderbuchautor Knister hatte dazu die Geschichte geschrieben.
Im Potsdamer Filmmuseum geistern seine Figuren bereits seit November herum, in der aktuellen Familienausstellung "Hexe Lilli geht zum Film". Gleich nach den Dreharbeiten wanderten einige der Original-Sets direkt ins Museum. Seither können kleine und große Besucher im verwunschenen Hexenschiff der liebenswürdigen Surulunda, in Lillis verspieltem Mädchenzimmer oder im Spukgang des Zauberschlosses ihre Vorfreude auf den mit Spannung erwarteten Kinderfilm steigern. Aber nicht nur das.
Mit kreativen Workshops und interaktiven Führungen lädt das Filmmuseum dazu ein, Lilli auf ihrem langen Weg von den Seiten des Buches vor die Kamera und schließlich ins Kino zu begleiten. "Dabei können die Kinder ganz anschaulich lernen, wie ein Film entsteht, von der Idee über die Dreharbeiten bis zum fertigen Produkt", erklärt Marketingchefin Christine Handke. Gemeinsam mit der Medienpädagogin Beate Rabe betreut sie das Begleitprogramm zur Ausstellung, das sich besonders an Grundschulklassen und Hortgruppen richtet.
Die Jüngsten kommen vor allem wegen Lilli, die sie aus den Büchern oder auch aus der Trickfilmserie des Kinderkanals kennen, weiß Beate Rabe. "Ihnen die Filmillusion zu nehmen, wäre nicht gut. Sie wollen sich ja verzaubern lassen, und so erklären wir ihnen nicht im Detail, was dahinter steckt." Stattdessen bastelt Beate Rabe mit den Kindern nach dem Vorbild des Films ein magisches Zauberbuch, in das die Erstklässler mit Glitzerstiften etwas hineinschreiben können. Und ganz nebenbei erfahren sie, was so alles an einem Drehort geschieht. "Das Spannende ist ja, dass die Schüler die Schauplätze im Holländischen Viertel oder im Park Babelsberg wiedererkennen", erzählt Christine Handke. "Viele Kinder können sich dadurch noch stärker mit der Filmgeschichte identifizieren."
Die Erfahrung habe gezeigt, dass die älteren Grundschüler meist schon etwas genauer wissen wollen, wie es denn funktioniert, ein ganzes Klassenzimmer unter Wasser zu setzen oder einen Drachen im Kühlschrank Salami mit Schlagsahne schlemmen zu lassen. Für Neugierige ab der dritten Klasse gibt es deshalb den Workshop "Zaubern für Anfänger", in dem die Kinder mit einfachen Kameratricks überraschende Filmeffekte erzeugen. Das Ergebnis ihrer Experimente können die jungen Trickfilmer anschließend auf einer Fotodatei mit nach Hause nehmen.
Auch in den Filmwerkstätten inmitten der Ausstellung sind Verwandlungskünstler gefragt. Inspiriert vom österreichischen Szenenbildner Isidor Wimmer, der für die Lilli-Filmsets die Modelle schuf, entwerfen Schülergruppen dort Miniaturkulissen. "Kinder, die Knisters Bücher gelesen haben, entwickeln ein ganz eigenes Bild von der Szenerie. Hier im Workshop bauen sie Lillis Welt so, wie sie beim Lesen in ihren Köpfen entstanden ist", erzählt Christine Handke und deutet auf drei Modelle in Schuhkartonformat, in die mit Pappe, Stoff und Glitzerpapier hexische Requisiten hineingebastelt wurden. "Ein Workshop, der sich wunderbar in den Kunstunterricht integrieren lässt", sagt die Marketingchefin und empfiehlt zugleich den Besuch der Kostümwerkstatt, in der die Kinder für die Filmhelden das richtige Outfit schneidern können. Dabei lernen sie den Charakter der jeweiligen Figur zu beschreiben, passende Stoffe auszuwählen und typgerechte Kleider zu entwerfen".
Wer sich eher für das Metier der Ton- und Lichttechniker interessiert, ist am Spukgang des Zauberschlosses gut aufgehoben, wo Schreckgeräusche und optische Täuschungen einem den Schauer über den Rücken jagen. Einmal im Monat kommt zudem der Potsdamer Tricktechniker Uwe Fleischer ins Museum, um mit Schülergruppen echte Filmaufnahmen zu machen. Vor und hinter der Kamera drehen sie die Szene, in der mit Hilfe von Lillis Hexenbuch ein gruseliges Monster erscheint. "Wenn die Kinder sehen, mit welchen Tricks und Kniffen Angst einflößende Bilder erzeugt werden, verliert das Ganze seinen Schrecken", beschreibt Christine Handke einen wichtigen medienpädagogischen Effekt.
Während Lehrer für diesen Workshop etwas mehr Zeit, vielleicht sogar einen Projekttag, einplanen müssen, ist die "Frageralley" durch die Ausstellung in einer Doppelstunde zu schaffen. Wer hierbei alle Fragen zu Arbeitsabläufen, Berufen und technischen Tricks richtig beantworten kann, erhält einen Filmpass und eine Freikarte für das Kinderkino.

Monster, Spinnen und Drachen
Ausstellung "Hexe Lilli geht zum Film" im Potsdamer Filmmuseum für die ganze Familie
MAZ, 7.11.2008, Angelika Mihan

Lilli sitzt im Kinderzimmer vor ihrem Zauberbuch und murmelt Sprüche wie "Loborium Schrick Schreck" - sie bemerkt nicht, dass hinter ihr ein Monster auftaucht - und findet die Sprüche blöd, weil ja nichts geschieht. Kurz bevor das Monster, das sich von hinten anschleicht, sie verschlingen will, liest Lilli laut wie nebenbei "Schrack Schreck Monster weg" und geht ahnungslos zu ihrer Mutter, die sie gerufen hat. Der Gorilla hat sich in Luft aufgelöst.

Eine Szene aus dem neuen Kinderfilm "Hexe Lilli - Der Drache und das Magische Buch" - die ab sofort im Potsdamer Filmmuseum nachgespielt werden kann. Inklusive Monster. Es grenzt nämlich fast an Hexerei, dass eine Ausstellung eröffnet werden konnte - obendrein mit diversen Filmausschnitten - bevor das Werk überhaupt in die Kinos kommt (19. Februar, im Verleih von Walt Disney). Meist wird ja ein Riesengeheimnis um Kino-Geschichten gemacht. Diesmal nicht. Viele der Originalrequisiten und die Aufbauten von Art Department Studio Babelsberg sind in ihrer bunten Vielfalt im Filmmuseum aufgestellt. Zauberhaft: Lillis Zimmer zum Beispiel, die Küche, die den Charme der 50er Jahre ausstrahlt, das Hexenschiff der Alt-Hexe Surulunda, von der Lilli das dicke Hexenbuch bekommt, aber auch der Spukgang des bösen Zauberers Hieronymus. Mit Zerrspiegel und Spinnen ohne Ende.

Das alles kann bestaunt werden. Das Beste aber ist, dass man zahlreiche Filmberufe selbst ausprobieren kann: Szenenbild und Setbau, Kostümentwürfe, Kamera und Ton und so nebenbei erfährt, wie eigentlich ein Film entsteht. Als die Produzenten an Knister (mit bürgerlichem Namen Ludger Jochmann) herantraten, war der Autor von mehr als 40 verschiedenen Lilli-Büchern "glücklich über das Angebot, einen Film über seine kleine Hexe zu drehen", wie er gestern bei der Ausstellungseröffnung sagte. Doch eine Bedingung stellte er: Er wollte für den Film selbst das Szenarium schreiben. Mit dieser Idee war der Regisseur und Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky sofort einverstanden.

Lilli hat im Film einen magischen Kumpel, den kleinen urkomischen Drachen Hektor, dem Comedian Michael Mittermeier seine Stimme leiht. Hektor ist es auch, der akustisch durch die Ausstellung führt.

Hexe Lilli kommt ins Filmmuseum
Ausstellung zum Start des Kinofilms
Märkische Allgemeine Zeitung, 30.8.2007, Ricarda Nowak

Parallel zum Start des Kinofilms "Hexe Lilli" im November 2008 eröffnet im Filmmuseum rund um die rothaarige Heldin der populären Kinderbuchreihe. Museumschefin Bärbel Dalichow kündigte eine "Hexe-Lilli-Welt" an, durch die kleine und große Besucher "spazieren gehen" können. (...) Regisseur Stefan Ruzowitzky wolle dem Filmmuseum außerdem sein Drehbuch überlassen. (...) Wegen Hektor sei dieser "eigentlich klassische Ausstattungsfilm" mit 9,1 Millionen Euro auch so teuer, sagte Ruzowitzky, der am Dienstagabend Gast beim Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe "Studio Babelsberg Filmtalks" war. "Hexe Lilli" ist nach dem preisgekrönten KZ-Drama "Die Fälscher", der vor der Gesprächsrunde lief, der zweite Film, den Ruzowitzky in Babelsberg realisiert hat. (...)