Herbert Köfer zum 95. Geburtstag

Herbert Köfer und Erwin Geschonneck in "Nackt unter Wölfen" (R: Frank Beyer, 1963) - F: W. Pathenheimer
Herbert Köfer, der siebenfache Fernsehliebling der DDR, wird am 17. Februar 95 Jahre alt. In kaum zu zählenden Fernsehauftritten begeisterte Köfer sein Publikum, entwarf er als Entertainer dem DDR-Bürger eine Vorstellung von Unterhaltung und Komik. Neben Hans Joachim Preil, Rolf Herricht, Agnes Kraus, Helga Göring und anderen großen Showtalenten des DDR-Fernsehens moderiert und spielt Köfer in Ein Kessel Buntes und Das blaue Fenster, in Filmen wie Der Reserveheld (R: Wolfgang Luderer, 1965), Der Mann, der nach der Oma kam (R: Roland Oehme, 1972) und TV-Serien wie Rentner haben niemals Zeit (R. Heinz Zaeske, 1978/79).
Die im kleinsten Ausstellungsformat des Filmmuseums, dem "besonderen Objekt", präsentierte Brille des KZ-Lagerführers Kluttig aus Nackt unter Wölfen von 1963 ist Beispiel für andere darstellerischen Möglichkeiten Köfers: ernsthaft, akribisch, verknappt schafft er in Beyers Film, aber auch in Wolf unter Wölfen (R: Hans-Joachim Kasprzik, 1964) oder in Krupp und Krause (R: Horst E. Brandt, Heinz Thiel, 1969) vor allem negative Typen: Denunzianten, Spießer, brutale Untertanen.
Noch heute tourt er mit "Köfers-Komödiantenbühne" und ist auf der Bühne zu erleben: als Paul Schmidt in "Rentner haben niemals Zeit".