Fünf Gräber bis Kairo

Erich von Stroheim wäre am 22. September 125 Jahre alt geworden. An wen könnte die ehrfürchtige Verbeugung vor diesem Giganten der Filmgeschichte würdiger delegiert werden als an Billy Wilder? Stroheim war 1943 längst nicht mehr der Mann, dessen Name das Kinopublikum erschauern ließ, aber für Wilder war es ein Griff nach den Sternen, als er ihm die Rolle des Feldmarschalls Rommel in seiner zweiten Regiearbeit anbot: "Stroheim war ein lebendes Monument. Als ich dem großen, bewunderten Filmemacher zum ersten Mal gegenüberstand, war ich natürlich verlegen. Und um diese Verlegenheit zu überspielen, habe ich ihm gesagt: ‚Sie waren mit Ihren Filmen Ihrer Zeit um zehn Jahre voraus.' Stroheim blickte mich kurz an und verbesserte: ‚Zwanzig Jahre!'"
"Fünf Gräber bis Kairo" ist der Blick zweier Österreicher auf die Deutschen und ihre Kriegsführung: unbarmherzig, differenziert, sarkastisch, wissend. Zu seiner Zeit - ein kleiner Film, der wie unzählige Hollywoodproduktionen gegen die Nazis Stellung bezog. Heute - ein scharfkantiges Juwel im Oeuvre von Stroheim und Wilder, wert, Chaplins "großem Diktator" und Lubitschs "Sein oder Nichtsein" an die Seite gestellt zu werden.

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