Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Fritz Filme

Das Bild Friedrichs II. im 20. Jahrhundert wurde vor allem vom Kino geprägt. Seit 1910 hatte der Preußenkönig über 40 Auftritte in Film und Fernsehen. Viele der Aufnahmen entstanden an Potsdamer Originalschauplätzen und in den Babelsberger Studios.
Die Ausstellung und das begleitende Kinoprogramm hat den filmischen Umgang mit Preußen und seinem berühmtesten Monarchen beleuchtet. Vorträge, Gespräche und Buchpräsentationen haben die Reihe ergänzt.

Programm zur Ausstellung als PDF

Friedrich - Ein deutscher König
Friedrich - Ein deutscher König
R: Jan Peter, Yury Winterberg, D: Katharina Thalbach, Anna Thalbach, D 2011, 90‘
Filmgespräch mit Schauspielerin Anna Thalbach, Regisseur Jan Peter Yury Winterberg und Kameramann Jürgen Rehberg

Noch vor der TV-Premiere auf großer Leinwand! Das Doku-Drama zeichnet wesentliche Lebensstationen des Preußenherrschers nach. Die originelle Besetzung mit Katharina Thalbach als "Alter Fritz" und Anna Thalbach als junger König heben die Brüche der historischen Figur hervor.

24. Januar 2012
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG: Der falsche Fritz. Friedrich II. im Film
Buchpräsentation Preußen aus Celluloid - Friedrich II. im Film

Anschließend Filmprogramm:
König und Page R: Walter Schmidthässler, D: W. Schmidthässler, D 1910, 8‘
Anekdoten um den Alten Fritz R: Phil Jutzi, D: Theodor Loos, Karl Meiner, Hans Schneider, D 1935, 18‘
Heiteres und Ernstes um den großen König R: Phil Jutzi, D: Otto Gebühr, Hans Mierendorff, Walter Kynast, D 1936, 20‘
Fridericus Rex - Elfter Teil R: Frank Beyer, D: Erich von Dahlen, Paul R. Henker, Jochen Thomas, DDR 1957, 10‘; insgesamt 56‘

Buchcover
3. Februar 2012
Buchvorstellung "Inszeniert, glorifiziert, mystifiziert - Wie war Friedrich II. wirklich?" mit Autor Jürgen Luh
Anschließend satirische und kritische Friedrich-Filme:
Annoncentheater. Ein Abendprogramm des Deutschen Fernsehens im Jahre 1776
R: Helmut Käutner, D: Carl-Heinz Schroth, Thilo Koch, Sebastian Haffner, BRD 1962, 12‘
Fridericus Rex - Elfter Teil R: Frank Beyer, D: Erich von Dahlen, Paul R. Henker, Jochen Thomas, DDR 1957, 10‘
Der König ist tot, es lebe der König R: Fayd Jungnickel, D: Thorsten Merten, Otto Gebühr, D 1992, Dok., 51‘; insgesamt 73‘

2. März 2012
Der Choral von Leuthen
R: Carl Froelich, D: Otto Gebühr, Olga Tschechowa, Elga Brink, D 1932/33, 91‘
Vorfilm: Was unsere lieben Kinobesucher nicht zu sehen bekamen - fröhliche Filmschau
PR: Europa-Filmverleih AG, D 1932
Einführung: Friedemann Beyer (Filmhistoriker)
Dezember 1757. Die preußische Armee scheitert an der österreichischen Übermacht. Friedrich sammelt seine Truppen für einen waghalsigen Gegenangriff. Die Schlacht von Leuthen geht als legendärer Sieg in die Geschichte ein. Der vor Hitlers Machtübernahme produzierte Film führt keinen Völkerhass im Schilde, unüberhörbar ist aber das Sehnen nach einer Wehrmacht und militärischen Erfolgen.

22. März 2012
In Zusammenarbeit mit den Bachtagen Potsdam
Johann Sebastian Bachs vergebliche Reise in den Ruhm
R: Victor Vicas, D: Alexander May, Renate Richter, Jürgen Holtz, BRD/DDR 1979, 95’
Auf Einladung des Sohnes Carl Philipp Emanuel, Kammercembalist des preußischen Königs, begibt sich der in finanziellen Nöten stehende Thomaskantor auf seine letzte Reise von Leipzig nach Potsdam.
Mein Name ist Bach
R: Dominique de Rivaz, D: Vadim Glowna, Jürgen Vogel, Karoline Herfurth, CH/D 2002, 96‘
Musikalische Einführung: Björn O. Wiede (Bachtage Potsdam)
Der junge, reizbare König Friedrich II. fordert den altersschwachen J. S. Bach heraus:
Aus einer vertrackten Melodie soll das Musikgenie eine Fuge für sechs Stimmen komponieren.
Der Wettstreit bringt das in Potsdam entstandene Werk "Das musikalische Opfer" hervor.

6. April 2012
Lesung mit Klaus Büstrin "Wie Friedrich der Große zum Film kam" von Georg C. Klaren und andere Texte
Anschließend:
Das Flötenkonzert von Sanssouci
R: Gustav Ucicky, D: Otto Gebühr, Renate Müller, Hans Rehmann, D 1930, 86’
Der erste Fridericus-Film der Tonfilmzeit. Wenige Tage vor Ausbruch des Siebenjährigen Krieges, hintertreibt Friedrich II. listig das Bündnis seiner politischen Gegner und entschließt sich zum Krieg. Nebenher rettet er auch noch die Ehe eines treuen Majors. Mit der Liebeskomödie befriedigte die Ufa ihr Operettenpublikum, mit den nationalistischen Appellen die reaktionären Kräfte in der Gesellschaft.

4. Mai 2012
Die Tänzerin von Sanssouci
R: Friedrich Zelnik, D: Otto Gebühr, Lil Dagover, Hans Stüwe, D 1932, 93‘
Ganz Europa liegt der schönen Barberina zu Füßen. Auch Friedrich II. will die Tänzerin für sein Opernhaus engagieren. Als sie sich weigert, lässt er sie nach Berlin bringen, erzwingt ihren Auftritt und drängt auf ihre Gunst. Doch Barberina verliebt sich in den Baron von Cocceji und plant die Flucht. Anders als der Vorgänger aus dem Jahr 1920, macht diese Komödie Barberina zum Spielball von Friedrichs politischen Interessen.

1. Juni 2012
Trenck
R: Heinz Paul, Ernst Neubach, D: Hans Stüwe, Dorothea Wieck, Theodor Loos, D 1932, 75'
Liebesdrama vor dem Hintergrund der Schlesischen Kriege: Der preußische Offizier von der Trenck verliebt sich in Prinzessin Amalie, die Schwester Friedrichs II. Dieser lässt den Offizier verhaften. Trenck flieht, wird gestellt und wieder ins Verlies geworfen. Erst nach vielen Jahren der Verbannung trifft er Amalie wieder. Einer der wenigen Filme vor 1945, in denen Friedrich II. nicht positiv dargestellt ist, doppelt erstaunlich vor dem Hintergrund der anderen Preußen-Filme dieser Zeit.

17. Juni 2012
Kurzfilmprogramm zum Fahrradkonzert der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci 2012
"Rührt Euch! Friedrich der Große, die Musik und Europa"


1. Juli 2012
Fridericus Rex - Ein Königsschicksal
R: Arzén von Cserépy, D: Otto Gebühr, D 1920/21, franz. ZT, 119‘
Fridericus Rex 3. Teil: Sanssouci
R: Arzén von Cserépy, D: Otto Gebühr, Erna Morena, Gertrud de Lalsky, D 1923, 86‘
Fridericus Rex 4. Teil: Schicksalswende
R: Arzén von Cserépy, D: Otto Gebühr, Eduard von Winterstein, Alexander Granach, D 1923, 72‘
An der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte
Friedrichs Werdegang vom jungen Kronprinzen zum ruhmreichen Kriegsherrn. Die Tetralogie fungierte als Botschaftsträger für Patriotismus und den Wunsch nach Restitution der Monarchie. Der zweite Teil ("Vater und Sohn") gilt als verschollen. Aufgeführt wird eine von der Cinémathèque de Toulouse restaurierte Version, die Teile aus den ersten beiden Cserépy-Filmen vereint.

6. Juli 2012
Der Alte Fritz 1. Teil: Friede
R: Gerhard Lamprecht, D: Otto Gebühr, Julia Serda, Berthold Reissig, D 1927/28, 120'
Der Alte Fritz 2. Teil: Der Ausklang R: Gerhard Lamprecht, D: Otto Gebühr, Julia Serda, Berthold Reissig, D 1927/28, 117‘
An der Welte-Kinoorgel: Helmut Schulte
Die letzten Lebensjahre Friedrich II. "Kein Langer-Kerls-Kult wird gezeigt, kein Paradeheroismus wird aufs Postament erhoben, nicht Preußen, keineswegs das Hohenzollerntum und nicht einmal der Militarismus erhält sein Filmhymne gedichtet. Man will nur die einzigartige Erscheinung eines Mannes, der König war von Preußen, reproduzieren." (Film-Kurier, 1928)

3. August 2012
Die gestohlene Schlacht
R: Erwin Stranka, D: Herwart Grosse, Manfred Krug, Marie Malková, DDR/CSSR 1974, 96‘
Amüsanter Kostümfilm mit Manfred Krug. Friedrich II. belagert die Stadt Prag, ohne sie einnehmen zu können. Sein Plan: Meisterdieb Käsebier soll sich in die Stadt stehlen, um sie dem Preußenkönig in die Hände zu spielen. Käsebier aber verliebt sich in ein tschechisches Mädchen und wechselt die Seiten.

7. September 2012, 18 Uhr
Die Tänzerin Barberina
R: Carl Boese, D: Lyda Salmonova, Otto Gebühr, Georg di Giorgetti, D 1920, portug. ZT, 80'
Hier nahm Otto Gebührs Karriere als ewiger Doppelgänger Friedrich II. ihren Anfang. Erzählt wird von Friedrichs Verhältnis zur Ba­lletttänzerin Barbara Campanini, deren Karriere sie von Hoftheater zu Hoftheater führte und deren Qualitäten als große Verführerin auch auf den Preußenkönig Eindruck machten. Der Film entstand in der kurzen zensurfreien Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Er gewinnt seinen Reiz aus kleinen Anzüglichkeiten und dem verblüffenden Blick auf einen erotisch interessierten Friedrich.

5. Oktober 2012, 18 Uhr
Fridericus
R: Johannes Meyer, D: Otto Gebühr, Hilde Körber, Lil Dagover, D 1936, 100‘
Vorfilm: Deulig Tonwoche 256 D 1935
Einführung: Anett Werner (Literaturwissenschaftlerin/Kunsthistorikerin)
Als sich Berlin in russischer Hand befindet, führt Friedrich die Reste seiner Armee zusammen, um die Hauptstadt zurückzuerobern. Dann naht General Zietens Husarentruppe und damit die Rettung. Goebbels soll den künstlerisch indiskutablen, für ihn ideologisch unbrauchbaren Film als "typisch liberalistische Objektivitätskrämerei" abgetan haben.

2. November 2012, 18 Uhr
Buchvorstellung: "Steinhoff, Hans - vom Autorenfilmer zum Staatsfilmregisseur"
mit Autor Horst Claus
Anschließend:
Der alte und der junge König
R: Hans Steinhoff, D: Emil Jannings, Leopoldine Konstantin, Werner Hinz, D 1935, 122‘
Der Konflikt zwischen dem Kronprinzen und seinem strengen Vater. Der Soldatenkönig will den musischen Sohn disziplinieren. Im Kontext nationalsozialistischer Propaganda sollte der 1935 hergestellte Film vor allem das "Führerprinzip" vermitteln. Gefilmt wurde auch in der Potsdamer Garnisonkirche.

7. Dezember 2012, 18 Uhr
Der große König
R: Veit Harlan, D: Otto Gebühr, Kristina Söderbaum, Gustav Fröhlich, D 1942, 116‘
Vorfilme: Der junge König D 1940; Actualités Mondiales Nr. 578/40/1942 F 1942
Schlacht bei Kunersdorf 1759, Preußens Truppen am Boden. Als ihn seine Berater zur Kapitulation treiben wollen, fasst Friedrich den Entschluss zu einem noch mächtigeren Krieg. Bevor der Film 1942 mit dem höchsten NS-Prädikat "Film der Nation" in die Kinos gelangte, durchlief er unzählige Änderungen. Übrig blieb ein lautes, geschichtsverfälschendes Propaganda-
stück, dessen fatale Reputation den Blick auf alle früheren Friedrich-Filme für Jahrzehnte verstellte.

Der falsche Fritz. Friedrich II. im Film
Ausstellung und Filme bis 28.10.2012
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Pressemitteilung

Friedrich II. in Spiel- und Fernsehfilmen