Farssmann oder zu Fuß in die Sackgasse

Roland Oehme ist der DEFA-Regisseur, der sich wohl am beharrlichsten mit dem Komischen befasst hat. Charakteristisch für seine Filme ist ihre Lebensnähe, ihre enge Beziehung zu alltäglichen Erfahrungen und Problemen der Menschen, die sich in den Filmen wieder erkannten und über sich selbst lachen konnten. Keiner der Filme kann einer nach rein kommerziellen Gesichtspunkten angelegten filmischen Unterhaltungsindustrie zugerechnet werden. Sie alle haben Sinn. Das ist vielleicht der Hauptgrund für ihren immensen Erfolg in der DDR - Keiner hatte weniger als hunderttausend Besucher. "Der Mann, der nach der Oma kam" (1971) wurde von 3.379.332 Zuschauern im Kino gesehen.
Aber so sehr die Zuschauer seine Filme liebten, so wenig fanden sie bei Kritik und Filmtheorie Verständnis. Bei jedem Film musste er sich rechtfertigen, weil es wieder "nur" ein Lustspiel geworden sei. Die absurde Debatte, welche Rolle und Bedeutung dem Lustspiel in der sozialistischen Gesellschaft zukämen, begleitete Oehmes gesamte Filmarbeit und hat ihm sicher manchmal eher die Beine weggezogen, anstatt seine Angriffs- und Einfallslust, seine Freude am Spielen zu kräftigen.
Heute freuen wir uns mit ihm, dass er durchgehalten hat und sind gespannt auf seinen letzten Film Farssmann oder zu Fuß in die Sackgasse, den er sich für den Geburtstagsabend gewünscht hat, wohl wissend, dass so gut wie keiner diesen Film von 1991 kennt. Mal sehen, ob es uns 20 Jahre später ähnlich geht wie damals einem Kritiker, der schrieb: "... dass den Zuschauer ein nostalgisches Vergnügen überkommt, wenn er resumiert: Diese Sorgen möchte ich noch mal haben!"
Erika Richter

Termine

Roland Oehme - Herzlichen Glückwunsch zum 75. Geburtstag