Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)
Filmmuseum Potsdam; F: J. Leopold (FMP)

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Edelweißpiraten

1944 im Arbeiterviertel Köln-Ehrenfeld: Karl, Peter und Cilly singen Widerstandslieder, schreiben Anti-Nazi-Parolen an Häuserwände und prügeln sich mit Mitgliedern der Hitlerjugend. Dann stößt der flüchtige KZ-Häftling "Bombenhans" zu der Gruppe und überredet die Kölner Edelweißpiraten zu Sabotageakten. Der Film, der vor allem durch das Mit- und Gegeneinander der Figuren seine emotionale Dichte gewinnt, rollt ein fast vergessenes Stück deutscher Geschichte auf, räumt mit der Diskreditierung der Edelweißpiraten als Kleinkriminelle auf und setzt so dem proletarischen Widerstand ein Denkmal. Bis zum Juni 2004 hat es gedauert, ehe vier Edelweißpiraten in Deutschland offiziell als Widerstandskämpfer anerkannt wurden. Und Regisseur von Glasow hat sich lange mühen müssen, um seine im Ausland gut aufgenommenen Edelweißpiraten in Deutschland ins Kino zu bringen. Ein Plädoyer gegen das Vergessen zum Gedenktag für die Opfer des Faschismus (27.1.).

Rück-Blicke auf das vergangene Kinojahr im Januar 2006