Drei Farben: Blau

Bei einem Autounfall verliert Julie ihren Mann Patrice, einen berühmten Komponisten, und ihre kleine Tochter Anna. Julie wird durch die Tragödie depressiv und entschließt sich, in die Anonymität der Großstadt zu fliehen. Sie verkauft alle Besitztümer und zieht in eine kleine Wohnung nach Paris. Doch die Flucht ist nicht von großer Dauer. Eine Musikjournalistin äußert den Verdacht, Julie habe in Wirklichkeit das berühmte Werk ihres Mannes komponiert. Patrices Assistent Olivier, der Julie schon seit langer Zeit liebt, beschließt nun, das unvollendete Konzert zu einem Abschluss zu bringen. Julie verhilft er aus der Isolation und gewinnt ihre Liebe.
Der erste Teil von Kieslowskis Trilogie behandelt, entsprechend der Farbsymbolik der französischen Nationalflagge, das Thema Freiheit. Die von Juliette Binoche meisterhaft gespielte Protagonistin exzerpiert eine drastische und konsequente Interpretation des Freiheitsbegriffs, indem sie sich von den Fesseln der Trauer befreit und ein neues Leben beginnt. "Drei Farben: Blau" wurde 1993 in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. Daneben erhielt Juliette Binoche den Preis als beste Hauptdarstellerin und Sławomir Idziak wurde mit dem Preis für die beste Kamera honoriert.




filmPOLSKA, das größte Festival des polnischen Films in Deutschland, findet dieses Jahr zum 5. Mal in Berlin und Potsdam statt. Das Festival umfasst die gesamte Palette polnischer Filmkunst, darunter neueste Spiel- und Dokumentarfilme, eine Filmreihe zur Kamerakunst aber auch eine Retrospektive anlässlich des 30. Jubiläums der Gründung der Solidarność.
Den Auftakt der Potsdamer Schau bildet Krzysztof Kieslowskis "Drei Farben: Blau", zu dessen Vorführung der Kameramann Sławomir Idziak anwesend sein wird. Idziak, der in der Vergangenheit beispielsweise auch für die Regisseure Detlev Buck und Andrzej Wajda gedreht hat, erregte besonders durch seinen spektakulären Kamerastil in Kieślowskis Meisterwerken Aufsehen. Heute gehört er zu den meistgefragten Kameraleuten in Hollywood.

Termine

filmPOLSKA 2010 04/10