Die unschuldigen Zauberer

Ein junger Sportarzt und Hobby-Jazzmusiker wird durch die nächtliche Zufallsbekanntschaft mit einer anmutigen und eigenwilligen Studentin aus seiner emotionalen Gleichgültigkeit und inneren Leere gerissen. Während sich der junge Mann nur langsam der Bedeutung der Begegnung klar wird, verschwindet die junge Frau plötzlich, um später ebenso unerwartet wieder aufzutauchen. In seiner Entstehungszeit rief der Film große Kontroversen hervor. Kommunistische Ideologen warfen Wajda eine dekadente und existenzialistische Haltung vor.
Die Liste der am Film Beteiligten liest sich wie das Who is Who des polnischen Filmschaffens. Der damals 22-jährige Jerzy Skolimowski schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Altmeister Jerzy Andrzejewski. Eine wichtige Rolle im Film spielt die Musik von Krzysztof Komeda. Neben den Schauspiel-Legenden Tadeusz Łomnicki und Zbigniew Cybulski ist eine beeindruckende Krystyna Stypułkowska zu erleben, die 1966 an der Seite von Manfred Krug in »Spur der Steine« zu sehen ist. Und auch der junge Roman Polanski agiert in einer Nebenrolle.

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Andrzej Wajda

Einen einzelnen Film herauszugreifen, um den großen polnischen Regisseur Andrzej Wajdas angemessen zu ehren, ist geradezu unmöglich. Der Film »Die unschuldigen Zauberer« nimmt innerhalb seines Werkes jedoch eine außergewöhnliche Position ein, weil Wajda sich weniger einer historischen Fragestellung als vielmehr einem Gegenwartsthema widmet. Der Film handelt von der Sinnsuche der jungen polnischen Generation Ende der 1950er Jahre und fasziniert durch ästhetische Schlichtheit und ein großartiges Schauspielerensemble.