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Die Geschichte der Nana S.

Nana S., eine Verkäuferin, die sich ihre Miete nicht mehr leisten kann, entschließt sich, als auch ihr Traum von der Schauspielerei platzt, als Prostituierte zu arbeiten.
Während seine ersten Filme wie »Außer Atem« noch eine lineare Handlung aufweisen, arbeitet Jean-Luc Godard in der Folge mit immer stärker fragmentierten Collage-Strukturen, um narrative Muster zu hinterfragen. Das Filmessay Die Geschichte der Nana S. unterteilt er in 12 sogenannte Bilder, die den Phasen im Leben der Titelheldin entsprechen. In ihrer kühlen Distanziertheit, die aber immer wieder durch emotionale und lyrische Momente gebrochen wird, muten sie zuweilen wie Kapitel einer soziologischen Untersuchung an. Eine filmische Reflektion über die Beziehung von Sex und Geld bzw. Herrschaft und Ausbeutung, bei der sich unter den Augen der Zuschauer/-innen eine neue Filmsprache entwickelt.

Zum Ende der 1950er Jahre sinkt die Zahl der Kinobesuche in Frankreich drastisch. Zeitgleich ändert das Centre National de la Cinématographie seine Förderstruktur. Bis 1961 entstehen so zahlreiche Debütfilme junger Regisseure. François Truffauts »Sie küssten und sie schlugen ihn« erhält 1959 bei den Filmfestspielen von Cannes den Regiepreis. Es ist einer der Filme, die für die Anfänge der Nouvelle Vague stehen - wie auch Jean-Luc Godards »Außer Atem«, der zweifelsohne innovativste frühe Film der Strömung. Godard und Truffaut werden die einflussreichsten Vertreter der neuen Welle, die der »Tradition de la Qualité« der Vorgänger mit ihrer Autorenpolitik entgegentritt. Damit setzten sie sich von den großzügig ausgestatteten, starbesetzten Literaturadaptionen aus den Vorjahren ab und forderten die Einheit von Autor und Regisseur ein. Regisseure sollten ihre Sicht der Welt im eigenen Drehbuch und durch ihre besonderen Stilmittel ausdrücken. Dementsprechend vielgestaltig sind die Filme dieser Zeit, in der auch Regisseure wie Claude Chabrol, Jacques Rivette und Éric Rohmer ihren ganz eigenen Stil ausbilden konnten.
Oft »on location« mit tragbarem Equipment, weniger bekannten Schauspielern, kleinen Crews und geringen Budgets gedreht, kamen die Filme der Nouvelle Vague den Bedürfnissen der Produzenten entgegen und spielten zunächst hohe Gewinne ein.


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