Die Dreigroschenoper

Nach dem 1955 abgebrochenen Verfilmungsprojekt der "Mutter Courage", wandte sich Regisseur Wolfgang Staudte 1962 erneut einem populären Stück Brechts zu. Die "Dreigroschenoper"-Produktion stand jedoch ebensowenig unter einem guten Stern: Die Kurt Ulrich-Filmproduktion hatte 1958 bei den "Brecht/Weill-Witwen" die Rechte erworben. Staudte - 1961 verpflichtet - wollte das Stück modernisieren, indem er die sogenannte gute Gesellschaft und deren anwachsende Unmoral in die Schusslinie nimmt. Helene Weigel beharrte auf einer wortgetreuen Verfilmung des Theaterstücks. Staudtes Versuch der Vertragslösung misslang. Weitere Verzögerungen waren dem Mauerbau 1961 und dem durch Theaterkritiker Friedrich Luft ausgelösten erneuten Boykott von Brecht-Stücken geschuldet.
Staudtes Verfilmung hält sich an die Weigel-Ulrich-Vorgaben. Er inszeniert in nur 40 Tagen (und in drei Sprachfassungen) die sozialkritische Zeitsatire um die Auseinandersetzung zwischen dem Kopf einer Londoner Bettelfirma und einem Verbrecher mit guten Beziehungen zur Londoner Polizei als opulentes Musical mit Starbesetzung.
Erich Engel sagte nach der Abnahme-Vorführung bei den Rechteinhaberinnen: "Vielleicht kann und soll man ‚Die Dreigroschenoper’ nicht verfilmen - aber wenn, dann nur so, wie es hier geschah."

Termine

Zur Foyerausstellung: Eine Eifersuchtstragödie zwischen Wort und Bild. Mutter Courage und ihre Kinder - Der Film 1955