Fred Düren in "Der verlorene Engel" (R: Ralf Kirsten, 1966/1972)
Fred Düren in "Der verlorene Engel" (R: Ralf Kirsten, 1966/1972)

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Der verlorene Engel

Vor dem Hintergrund des Nazi-Regimes unterzieht sich dervereinsamte Bildhauer Ernst Barlach einer kritischen Selbstanalyse. In der Nacht zuvor haben Unbekannte aus dem Dom zu Güstrow eine seiner ausdrucksstärksten Plastiken, den »Schwebenden Engel« geraubt. Der formal anspruchsvolle Film stellt die Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Macht. Nach dem Verbot durch das 11. Plenum kam er erst 1971 zur öffentlichen Aufführung.

Zur Ausstellung:
Das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Jahr 1965 hatte schwerwiegende Konsequenzen für das Kultur- und Filmschaffen in der DDR. Mit dem Verbot von insgesamt zwölf Filmen war das DEFA-Spielfilmstudio am schwersten betroffen, aber auch in Literatur, Dramatik und Bildender Kunst setzten erhebliche Restriktionen ein.
Einige Regisseure hatten später keine Möglichkeit mehr, Spielfilme zu drehen oder ihre Projekte wurden besonders scharf überwacht. Die Spielfilmproduktion ging in den folgenden Jahren stark zurück, künstlerische Aufbrüche wurden unterbunden, es herrschten Einschüchterung und Diffamierung.
Die Ausstellung, die von Bachelor-Studierenden der Filmuniversität Babelsberg erarbeitet wurde, beruht auf Recherchen in den Sammlungen des
Filmmuseums und weiterer Archive. Begleitend zur Ausstellung zeigt das Kino alle erhaltenen Spielfilme in zumeist neu restaurierten Fassungen.


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