Der Untergang des Hauses Usher
La chute de la maison Usher

Durch einen rätselhaften Brief alarmiert, reist ein Herr zum Familiensitz seines Jugendfreundes Roderick Usher. In dem gespenstisch anmutenden Gutshaus lebt dieser völlig zurückgezogen mit seiner an einer geheimnisvollen Krankheit leidenden Frau Madeleine. Geradezu manisch malt Sir Roderick immer neue Porträts von der schwächelnden Gattin. Nach Ankunft des Besuchs erliegt Madeleine ihrem Leiden. Sturmwinde umtosen die alten Gemäuer des Anwesens, das mit den sich steigernden Wahnzuständen des Adligen selbst zum Leben zu erwachen scheint. Bald ist auch der Gast nicht mehr nur unbeteiligter Beobachter, sein eigenes Erleben verstrickt sich in den Phantasmagorien des Hausherrn.
Mit Jean Epstein und Luis Buñuel arbeiteten zwei der größten Avantgardisten an der ersten Verfilmung von Edgar Allen Poes klassischer Erzählung. Kongenial wird Poes auf Effekt abzielender Sprachduktus in die Mittel des Films übertragen: Zeitlupen, Überblendungen, surreale Bildkompositionen tragen zur irrational wirkenden Ästhetik des Werkes bei - ohne ganz auf eine erzählerische Kohärenz zu verzichten.
Aus Anlass von E. A. Poes 200. Geburtstag 2009 wird im Rahmen der "Potsdamer Winteroper" im Schlosstheater Neues Palais am 6., 7., 8. und 15. November mit "The Fall of the House of Usher" ein Werk des minimalistischen Komponisten Philip Glass präsentiert. Mit der einmaligen Stummfilmvorführung im Filmmuseum - für die eigens eine Filmkopie aus Amsterdam beschafft wurde - lässt sich, mit Begleitung an der historischen Kinoorgel, auf das Opernereignis einstimmen.

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