Der Gang in die Nacht

Zwar ist Der Gang in die Nacht nicht Murnaus erster, aber doch sein ältester heute noch erhaltener Film. Seine späteren Meisterwerke werfen bereits ihre dramatischen Schatten voraus: Die Verführung eines Mannes aus geordneten Verhältnissen, die gegensätzliche Inszenierung von Land und Stadt oder das stilisierte Schauspiel erinnern an »Nosferatu«, »Faust« oder »Sunrise«.
Der Arzt Eigil verliebt sich in die lebenslustige Tänzerin Lily, verlässt seine Verlobte und zieht mit Lily aufs Land. Doch die fühlt sich alles andere als wohl in der rauen Küstenlandschaft und dem einsamen Haus am Rande eines Fischerdorfes. Alleingelassen tanzt sie sich ihre Angst von der Seele, als ein mächtiges Gewitter aufzieht; bald beginnt sie, sich von Eigil abzuwenden. Ihr Tanz, parallel geschnitten zur peitschenden Brandung des Meeres, ist Ausdruck Lilys innerer Verfassung. Er wird in der Ausstellung als Darstellung expressiver Tänze im frühen Kino gezeigt.
An der Welte-Kinoorgel: Richard Siedhoff

Termine