Das Wochenende

Jens Keller, ein RAF-Terrorist der dritten Generation, wird nach 18 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen. Seine besorgte Schwester Tina ruft ehemalige Vertraute zu einem Willkommenswochenende in ihrem Landhaus zusammen. Jens gibt sich misstrauisch und ist angewidert von der Selbstgefälligkeit und den Konsumansprüchen der anderen. Doch als sein Sohn auftaucht, den er nicht erkennt, rechnet dieser bald vor allen mit dem Vater ab. Nina Grosses Film nach dem Roman von Bernhard Schlink setzt das historische Scheitern des Terrorismus in Beziehung zum Versagen der RAF-Mitglieder gegenüber ihren Kindern - eben jener Zukunft, mit der sie ihre Gewalt legitimierte.
Zu Gast: Nina Grosse

Termine

MOVING HISTORY - 1967, der Deutsche Herbst und die RAF

Filme prägen unser Bild von der Vergangenheit. Sie bewegen emotional, vermitteln Identität, sind ein fester Bestandteil der historisch-politischen Bildung und stoßen immer wieder gesellschaftliche Debatten an. Geschichtsthemen finden heute im Kino, im Fernsehen und in Streaming-Angeboten ein erstaunlich großes Publikum. Was sagt das über unsere Kultur? Wie beeinflussen Filme unsere Geschichtsbilder? Welche Erzählungen vermitteln sie den nachwachsenden Generationen? Moving History - Festival des historischen Films ist das erste deutsche Festival, das Filme mit historischen Themen aus der aktuellen Film- und Fernsehproduktion sowie der gesamten Filmgeschichte einem breiten Publikum präsentiert. Margarethe von Trotta steht dem Festival als Schirmherrin und Beraterin zur Seite. Die erste Ausgabe des Festivals widmet sich der filmischen Wahrnehmung der RAF. Gezeigt werden fiktionale und dokumentarische Werke aus den vergangenen 50 Jahren und aktuelle Produktionen, die sich mit Aspekten der Entstehung des deutschen Linksterrorismus wie auch dessen Einflüssen, Wirkungen und Folgen befassen.
Rund um das Filmprogramm vertiefen eine Masterclass, zwei Werkstattgespräche und ein Symposium das Thema Geschichte im Film.
www.moving-history.de