Das Abonnement

Wer wenn nicht wir setzt Andres Veiels langjährige Auseinandersetzung mit dem RAF-Terrorismus im Narrativ eines Spielfilms fort, in dessen Mittelpunkt die Entwicklungsgeschichte der jungen Gudrun Ensslin bis zu ihrem Abtauchen in die Illegalität steht. Dabei fokussiert Veiel, wie in seinen anderen RAF-Filmen, nicht auf Action oder auf eine Kritik an den staatlichen Reaktionen auf die gewalttätige »Systemfrage«. Nach umfangreichen Zeitzeugengesprächen und Archivrecherchen entwickelte er das Drehbuch gemeinsam mit dem Historiker Gerd Koenen. Auch »Die Reise«, das nachgelassene autobiographische Romanfragment von Bernward Vesper, Gudrun Ensslins Weggefährten und Vater ihres Sohnes Felix, floss neben anderen Quellen in die mehrjährige Arbeit ein.
Das Abonnement , ein Kurzfilm des Iraners Ali Limonadi, der in den 1960er Jahren an der Hochschule für Bildende Künste studierte, war lange verschollen. Gudrun Ensslin wird hier als Traumfrau und Muse stilisiert.
Zu Gast: Andres Veiel

Mit freundlicher Unterstützung von www.mehrhand.de

Termine

MOVING HISTORY - 1967, der Deutsche Herbst und die RAF

Filme prägen unser Bild von der Vergangenheit. Sie bewegen emotional, vermitteln Identität, sind ein fester Bestandteil der historisch-politischen Bildung und stoßen immer wieder gesellschaftliche Debatten an. Geschichtsthemen finden heute im Kino, im Fernsehen und in Streaming-Angeboten ein erstaunlich großes Publikum. Was sagt das über unsere Kultur? Wie beeinflussen Filme unsere Geschichtsbilder? Welche Erzählungen vermitteln sie den nachwachsenden Generationen? Moving History - Festival des historischen Films ist das erste deutsche Festival, das Filme mit historischen Themen aus der aktuellen Film- und Fernsehproduktion sowie der gesamten Filmgeschichte einem breiten Publikum präsentiert. Margarethe von Trotta steht dem Festival als Schirmherrin und Beraterin zur Seite. Die erste Ausgabe des Festivals widmet sich der filmischen Wahrnehmung der RAF. Gezeigt werden fiktionale und dokumentarische Werke aus den vergangenen 50 Jahren und aktuelle Produktionen, die sich mit Aspekten der Entstehung des deutschen Linksterrorismus wie auch dessen Einflüssen, Wirkungen und Folgen befassen.
Rund um das Filmprogramm vertiefen eine Masterclass, zwei Werkstattgespräche und ein Symposium das Thema Geschichte im Film.
www.moving-history.de