Buchpräsentation und Lesung: "Königin Luise. Von der Provinzprinzessin zum preußischen Mythos" + Film: "Kolberg" (mit Einführung)

Bewundert, verehrt und verklärt wurde Luise von Preußen, die bedeutendste deutsche Königin, schon zu Lebzeiten. Ihr Charme bezauberte halb Europa, als Vermittlerin zwischen feudaler und modern-bürgerlicher Welt und engagiert in Preußens Kampf gegen Napoleon war sie ihrer Zeit weit voraus. Der Blick hinter die Legenden zeigt eine Frau, die eher "aus dem Bauch" agiert, in ihrer Rolle immer wieder zu Kompromissen gezwungen wird - und doch ihren eigenen Weg findet.
Hanne Bahras Luise-Biografie erscheint im Bucher Verlag, München. Ergänzt wird die Lesung aus ihrem Buch durch Auszüge aus den Briefen der Luise - gelesen von Schauspielerin Nora Hütz.
Im Anschluss kommt der NS-Propagandafilm Kolberg zur Aufführung, in dem die schönste und wundersamste aller Leinwand-Luisen erscheint - für eine einzige Szene mitten im nationalsozialistischen Getöse historischer Un- und Halbwahrheiten, im farbenfrohen, komparsenreichen, laut gebrüllten, filmischen Aufruf zum letzten Aufgebot. Regisseur Veit Harlan beteuert später in seinen Memoiren, die Begegnung der Königin mit einem einfachen Bauernmädchen, wie in Paul Heyses Schauspiel "Colberg" beschrieben, sei eine der wenigen Szenen, für die er die "künstlerische Verantwortung" übernehmen wolle. Luise ist hier zum Bildstock erstarrt, an dem die Preußen 1806, ebenso wie das deutsche Premierenpublikum des Films am 30. Januar 1945, um ein Wunder bitten konnten.
Als so genannter Vorbehaltsfilm unterliegt dieser Film Aufführungsbeschränkungen. Er kann nur in Kombination mit der vorangehenden Einführung besucht werden. Ein verspäteter Einlass ist ausgeschlossen.

Termine

Zur Ausstellung Luise. "Königin der Herzen" 06/10