Bambule

Der Fernsehfilm entstand nach einem Drehbuch von Ulrike Meinhof. Die Journalistin und Mitbegründerin der RAF recherchierte 1968 in geschlossenen Fürsorgeheimen für Mädchen und dokumentierte 1969 in einem Radiofeature die Schicksale dreier ehemaliger Heimzöglinge.
Der Film spielt während 24 Stunden in einem West-Berliner Mädchenheim. Zwei Mädchen versuchen von dort zu fliehen, einer gelingt die Flucht, die andere wird zurückgebracht und kann sich gegenüber einer verständnisvollen Erzieherin öffnen. Der Wechsel zwischen Flucht und Wiederkommen, Draußen- und Drinsein, Ankämpfen gegen die Verhältnisse und Frustration prägt die Geschichte und das Verhalten der Mädchen.
Regisseur Itzenplitz entschärfte in seiner Inszenierung die von Meinhof beschriebenen Verhältnisse. Dennoch setzte der Sender den Film, dessen Erstausstrahlung für den 24. Mai 1970 geplant war, infolge der Beteiligung Meinhofs an der Befreiung Andreas Baaders zehn Tage zuvor ab. Erst 1994 war die Erstsendung.
Einführung: Manfred Kappeler (Sozialpädagoge)

Termine

Kindheit im Heim

Das Kino im Filmmuseum Potsdam begleitet die Ausstellung im Großen Waisenhaus und die Ringvorlesung in der Fachhochschule Potsdam mit einer Filmreihe. Von Oktober bis Februar laufen Spiel- und Dokumentarfilme aus den 1920er Jahren bis zur Gegenwart, darunter einige Klassiker des deutschen Kinos. Das Sujet der institutionellen Erziehung umfasst sowohl das Internat als Eliteeinrichtung, als auch das Erziehungsheim - Geschichten über rigide Disziplin, Gewalt und existentielle Not, aber auch über Bündnisse und Akte der Rebellion.In Zusammenarbeit mit der Stiftung Großes Waisenhaus und der Fachhochschule Potsdam