Zeit der Götter

Arno Breker war Anfang des letzten Jahrhunderts eine der wesentlichen Hoffnungen junger deutscher Bildhauerei, geschätzt u.a. von dem Maler Max Liebermann, dem Sammler Alfred Flechtheim, den französischen Künstlern Jean Cocteau und Aristide Maillol sowie dem Schriftsteller Ernst Jünger. Zwischen 1936 und 1945 arbeitete Breker fast ausschließlich für den Architekten Albert Speer und dessen Planungen für die Umgestaltung Berlins zur »Welthauptstadt Germania«.
Wo war der Punkt, an dem die Figuren das Maß verloren und ins Monströse wucherten? Wann gerät ein Talent in die Abhängigkeit von Macht und einer Ideologie? Und wo verläuft heute die feine unsichtbare Linie zwischen Machtopportunismus und der Autonomie der Kunst? (Lutz Dammbeck)

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Metamorphosen - Lutz Dammbeck

Lutz Dammbeck studierte Buch- und Plakatgestaltung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Seine künstlerische Arbeit begann Mitte der 1970er Jahre, 1975 realisierte Dammbeck seinen ersten Animationsfilm »Der Mond« und arbeitete parallel mit Freunden an der multimedialen Ausstellung »Tangente 1 - Malerei, Tanz, Film«, deren Fertigstellung durch die Kulturbürokratie verhindert wurde. In weiteren Animationsfilmen formulierte Lutz Dammbeck seine eigene Filmhandschrift und sein Thema aus: die Einschränkungen und das Scheitern des Individuums. 1977 begann Dammbecks Arbeit am »Herakles Konzept«. Da der Film als »ästhetisch fehlgeleitet« abgelehnt worden war, transformierte er den Stoff in assoziative Medien-Collagen, in denen bildende Kunst, Film, Musik und Tanz verschmelzen. 1986 verließ der Künstler die DDR in Richtung Hamburg. Die Ausstellung präsentiert und erhellt den transformativen Arbeitsprozess von Lutz Dammbeck. Gezeigt werden Entwürfe, Zeichnungen und Figurinen zu seinen Animations- und Experimentalfilmen und den Medien-Collagen.Mit freundlicher Unterstützung der DEFA-Stiftung