Stranger than Paradise

Als Literaturstudent in Paris lernte Jim Jarmusch neben den Werken europäischer und anderer asiatischer Filmemacher*innen die Filme von Yasujiro Ozu kennen. Erst Kammerspiel, dann minimalistisches Road Movie erzählt er in Stranger than Paradise in dem ihm eigenen lakonischen Stil und in verhältnismäßig wenigen, langen Einstellungen von Eva, der ungarischen Cousine des New Yorkers Willie, die auf der Durchreise nach Cleveland kurz bei ihm unterkommen will. Doch es kommt anders, und Eva verbringt zehn Tage in New York bzw. in der karg eingerichteten Wohnung von Willie, mit dem sie zunächst nicht besonders gut auskommt. Eine Nähe zu Ozu lässt sich u.a. in der Entleerung der Räume ausmachen, die die Kamera hier vornehmlich in Halbtotalen einfängt. Jarmusch selbst beschrieb »Stranger than Paradise« einmal als eine neorealistische schwarze Komödie im Stil eines imaginären osteuropäischen Regisseurs, der eine Ozu-Obsession hat. - Auch wegen der grandiosen (Laien-)Darsteller der Liebesfilm der 1980er!

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Filmgeschichte im Doppelpack

Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg durchleuchtet die Reihe Filmgeschichte auf der Suche nach historischen Referenzen - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten.