Jutta Hoffmann

Schauspielerin Jutta Hoffmann erinnert sich im Gespräch mit Ursula von Keitz an ihre erste Filmrolle in Herrmann Zschoches Film "Karla" (F: S. Schmidt)
März 2016: Foyerausstellung "Gestört Verhindert Zensiert"
Sie war 19 und ihr erster Film "Karla", in dem Jutta Hofmann eine junge Lehrerin spielt, die neue Wege aus gesellschaftlichen Zwängen sucht, wurde gleich verboten. "Karla", der begleitend zur Foyerausstellung "Gestört Verhindert Zensiert" im Kino des Filmmuseums gezeigt wird, ist einer von zwölf DEFA-Spielfilmen, die 1965/66 der Verbotspolitik des 11.Plenums des Zentralkomitees der SED zum Opfer gefallen sind. Im Gespräch mit Filmmuseumschefin Ursula von Keitz erzählt die aus über 50 Film-, TV-und Theaterjahren populäre Charakterdarstellerin, wie sie diese schwierige Zeit erlebt hat. Dass sie gerade 75 geworden ist, will Wahlpotsdamerin Jutta Hoffmann dagegen lieber gar nicht feiern.

April 2012: Buchpräsentation
"Jutta Hoffmann - Schauspielerin" folgt der inzwischen über siebzigjährigen Wahlpotsdamerin an die Spielorte ihres Lebens im Osten und Westen und wieder zurück. Der von Birgit Scholz und Peter Warnecke herausgegebene Fotoband mit Briefen, Rezensionen und eigenen Gedanken erinnert auch an Wegbegleiter, Regisseure, wie Egon Günther, Frank Beyer, Luc Bondy, Peter Zadek, Einar Schleef, mit denen sie gemeinsam um jede Nuance ihrer Rollen rang.

"Die Schauspielerin Jutta Hoffmann ist nicht unterdrückbar" schrieb Regisseur Egon Günther, der mit ihr "Junge Frau von 1914", "der Dritte" und "Lotte in Weimar" drehte. "Falsche Autoritätsansprüche durch Texte oder Anweisungen der Regie weist sie zurück, verbal oder durch entsprechendes Spiel auf den Proben...Aus Identifikation und Opposition entsteht ihre Leistung. Ich halte sie für beträchtlich."

März 2011: Zum 70.Geburtstag im Filmmuseum
Das Filmmuseum würdigt die außergewöhnliche Schauspielerin zu ihrem 70.Geburtstag mit einer Festveranstaltung und der Foyerausstellung "Jutta Hoffmann - Schauspielerin".

Laudator Egon Günther - einer ihrer wichtigsten Regisseure - besetzte die Hallenserin in sieben seiner Filme mit der Hauptrolle und machte sie in der DDR zum Star: Für ihre "Margit" in der Liebesgeschichte "Der Dritte" wurde Jutta Hoffmann auf dem Internationalen Filmfestival Venedig als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Sie spielte bei Benno Besson, Horst Schönemann, bei Peter Zadek, Luc Bondy und Dieter Dorn fast alle großen Frauenrollen.

Nach der Biermannausweisung ging Jutta Hoffmann selbst in den Westen, spielte in München und Hamburg Theater und lehrte als Professorin an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater.

Zu "ihrer" Ausstellung sagt die inzwischen Heimgekehrte: "Ich habe mir die Exponate gerade alle angesehen und mir gedacht: Allzu viel Hanebüchenes oder Schlechtes habe ich nicht gemacht."