Julias Wahn

Eine Liebesgeschichte. Im »Sommer der Liebe« 1969 lernt Hannes Schönemann die dänische Kommunistin Julia kennen. Doch ihre Beziehung befindet sich von Beginn an im Fokus diverser Geheimdienste, geht einher mit Verhaftung, Paranoia und Tod, mündet in den Selbstmord der Dänin. Zahlreiche Momente dieses Geflechts aus Stasi, dänischem Geheimdienst, CIA, KGB, Mossad, auch aus der Vermischung von Wahn und Realität, bleiben letztlich ungeklärt. Schönemann geht es auch nicht primär um eine investigative Recherche; sein Film ist vielmehr ein Gegenentwurf zum menschenverachtenden Taktieren verselbstständigter, politischer Apparate. Eine radikale, persönliche Exkursion in die eigene Vergangenheit, in der sich sowohl hochdramatisches Material als auch widersprüchliche Zeitgeschichte brechen.
In Anwesenheit von Hannes Schönemann
Einführung: Claus Löser (Filmhistoriker)

Dates

22 November 2019 | 19:00

ZEITSCHNITT Umbrüche - Aufbrüche

Die aktuelle Ausgabe der Reihe »Zeitschnitt« nimmt die Ereignisse von 1989 mittels wenig beachteter filmischer Zeugnisse der 1990er Jahrein den Blick. In ihnen spiegeln sich wichtige Erfahrungen der Umbruchzeit, die bis heute nachwirken. Die eben noch aktuellen Erlebnisse in der Diktatur und die nachfolgende Euphorie angesichts ihrer Überwindung wurden überlagert von ganz neuen Lebensrealitäten, auch von Anpassungszwängen. Das Alte war noch präsent, das Neue noch nicht vergegenwärtigt.
Eine Veranstaltungsreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Koopertaion mit dem Filmmuseum Potsdam