Die Finanzen des Großherzogs

Thea von Harbou konnte auch komisch, und sogar mit dem berühmtesten deutschen Regisseur seiner Zeit: Friedrich Wilhelm Murnau. Für ihn schrieb sie insgesamt vier Drehbücher. Basierend auf Frank Hellers Roman entwickelte sie ein lustiges, manchmal absurdes Durcheinander von altem und neuem Geld, abgewirtschaftetem Europa und finanzstarkem Amerika. Gedreht in einer Zeit größter Not und der Hyperinflation bot der Film mit der Kulisse der kroatischen Adria Sehnsuchtsorte zu Hauf und Trost im Happy End mit der Millionenerbin. Alles ist mit einem Augenzwinkern behandelt, bewusst als Märchen und reiner Kintopp angelegt, Kabarett und Satire näher als dem Groschenroman.
An der Welte-Kinoorgel: Peer Kleinschmidt

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Autorin - Regisseurin Thea von Harbou

Neben ihrer Tätigkeit für den Film war Thea von Harbou eine produktive Romanautorin. Bis auf wenige Ausnahmen hat ihre Prosa den Sprung in die Gegenwart nicht geschafft. Heute wirkt ihre Wortschöpfungswut eher lächerlich. Werden ihre literarischen Arbeiten allerdings als Skizzen für mögliche Filme gelesen, ist leicht zu verstehen, warum diese Filme dann überwiegend auch gedreht wurden. Ihre Bücher schrien förmlich nach einer Adaption. Allzu oft fiel das Filmbild dann nüchterner aus als Harbous wortgewaltige Visionen. Immerhin schrieb der berühmte sowjetische Regisseur Wsewolod Illarionowitsch Pudowkin 1928 anerkennend über ihr Talent, einem Werk zu maximalem Effekt zu verhelfen. Über Ökonomie der Mittel sagt er nichts, wohl aber über ihre Präzision und filmische Fantasie. Sie setzte sich für den Tierschutz ein wie gegen den Abtreibungsparaphen 218, war gleichzeitig deutsch-national und begeistert für alle Weltreligionen - eine widersprüchliche Biografie mit Folgen für unsere Kultur- und Filmgeschichte.