Der strenge Jüngling

Maschas Gesten sind pure Musik - zumindest für Grischa. Der Komsomolzen-Jüngling begehrt die mondäne Gattin von Professor Stepanov. Und diese genießt das heimliche Liebesdreieck!
Der Film, der den Arbeitstitel »Der zauberhafte Komsomolze« trug, wurde mitten in der Stalinära vom Studio Ukrainfilm auf der sonnigen Halbinsel Krim gedreht- und dies sogar zweimal, denn der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehene Schauspieler Konsovskij war 1934 am Filmset verhaftet worden. (Er starb 1938 im Gulag.) Aufgrund von groben Verstößen gegen den sozialrealistischen Stil wurde Der strenge Jüngling dann 1936 verboten. Allzu »camp« war diese Hymne an die Schönheit antikisch-nackter Körper, zu surreal die Zeichnung des sexuellen Begehrens zwischen den vermeintlich abgeschafften Klassen. Zugleich ist »Der strenge Jüngling« der einzige surrealistische Film, der in der UdSSR produziert wurde.

Vor dem Film: Gespräch mit Natascha Drubek (Chefredakteurin »Apparatus«) und Irina Schulzki (Redakteurin »Apparatus«)
Moderation: Ursula von Keitz (Filmmuseum Potsdam)

Das Journal »Apparatus«, Nummer 5, »Mise en geste. Studien zur Geste im Film und in der Kunst« ist frei zugänglich unter der Adresse: www.apparatusjournal.net

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Die Staatssicherheit der DDR hat in Film und Fernsehen Konjunktur. Nicht erst seit dem Publikumserfolg von »Das Leben der Anderen« (2006) nimmt die Darstellung des ostdeutschen Geheimdienstes in filmischen Erzählungen über die DDR eine zentrale Stellung ein. Welche inhaltlichen Schwerpunkte transportieren die Filme? Wie wirken sich diese auf die Darstellung der DDR-Geschichte aus? Welche Themen bleiben ausgespart? Mit welchen visuellen Mitteln wird die Staatssicherheit in Szene gesetzt? Diese und weitere Fragen werden im Buch »Bilder der Allmacht. Die Staatssicherheit in Film und Fernsehen« detailliert untersucht. Dabei wird der Bogen auch zurück in die Zeit vor 1989/90 gespannt, um die gegenwärtigen Bilder der Staatssicherheit mit den Selbst- und Fremddarstellungen aus der Zeit des Kalten Krieges zu vergleichen.Buchvorstellung mit dem Herausgeber Andreas Kötzing