Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow

Kamera: Roland Dressel

Der Schrankenwärter Platow, 57 Jahre alt und durch Elektrifizierung der Strecke überflüssig geworden, soll an ein Nebengleis abgeschoben werden. Unter dem Namen seines lernunwilligen Sohnes lässt er sich statt seiner für die neue Technik umschulen und kommt dabei in heikle Situationen, weil er vorgeben muss, sehr viel jünger zu sein.
Der in Thüringen zum Fotografen ausgebildete Roland Dressel lernt in Babelsberg wesentlich bei Konrad Wolfs Kameramann Werner Bergmann. Der tschechische Kameramann Jan Čuřík ist ein weiterer entscheidender Einfluss für Dressel, dem er beim Dreh von »Der Fall Gleiwitz« assistiert. Später arbeitet Dressel wiederholt mit den Regisseuren Roland Gräf und Rainer Simon. Gemeinsam mit Regisseur Siegfried Kühn testet Roland Dressel in Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Platow Grenzen des Filmens in der DEFA aus. Für seine Bild-Experimente wird er von offizieller Seite gescholten. Der Film läuft nur in wenigen Kinos.
Vorgestellt von den Kameramännern Peter Badel und Hans Hattop

Vorfilm: Mainzer Straße 1990 (K: Peter Badel, D 1990, 14')

Past Dates

05 Mai 2024 | 18:00

Zwischen den Perforationslöchern - Kameraleute der DEFA und ihre Bildideen

Angeregt durch Peter Badel und Hans Hattop, Kameramänner und langjährige Professoren an der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, zeigt das Filmmuseum Potsdam drei DEFA-Spielfilme, um herausragende Kameraleute und ihre unterschiedlichen Arbeitsweisen zu würdigen.Zum Gespräch kommen auch Studierende und Absolvent*innen des Studiengangs Cinematography der Filmuniversität Babelsberg. So können auch aktuelle Aspekte des Berufswegs zum DoP (Director of Photography) beleuchtet werden. Anhand der ausgewählten Filme entsteht ein weit in das 20. Jahrhundert zurückreichender Blick auf die Filmgeschichte und ihr wichtigstes bildgebendes Gewerk. Veranschaulicht und diskutiert wird jenes Berufsfeld zwischen Filmhandwerk und Kunst, das stets kreativ mit veränderten Rahmenbedingungen und Technologien umgeht und dabei oft die visuell unvergesslichen Impulse gibt.

Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Filmmuseums Potsdam e.V.