Bahnwärter Thiel

Die Mark Brandenburg in der Gründerzeit: Ein introvertierter und verwitweter Bahnwärter heiratet seine dominante Magd. In der Ehe rutscht er psychisch und sexuell immer tiefer in die Hörigkeit. Nachdem die Familie durch einen Unfall den älteren Sohn verliert, wird Thiel zum vertierten Mörder an Frau und Kind.
Der Film zeichnet auf dem düsteren Gesicht des Schauspielers Martin Trettau ein Gegenbild zum preußisch-militaristischen Männerbild. Tumb und seelisch verkümmert wird das Leben des Bahnwärters schließlich nur noch durch den monotonen Rhythmus der Züge bestimmt.
In Anwesenheit von Walfriede Schmitt (angefragt)
Einführung: Evelyn Hampicke (Filmhistorikerin)

Dates

22 März 2020 | 18:00

OstSofaKino - Filme des DDR-Fernsehens neu gesehen

Das vielfältige Erbe des Filmschaffens in der DDR ist über eine begrenzte Anzahl von DEFA-Klassikern und die beliebten Märchenfilme hinaus heute kaum noch sichtbar. Besonders Produktionen für das DDR-Fernsehen fristen ihr Dasein in Archivregalen und geraten zunehmend in Vergessenheit. Ausgewählte Filme des Fernsehens der DDR ermöglichen einen Blick in Zeiträume und Territorien eines versunkenen Landes. Filme, die Geschichten und Geschichte erzählen. Filme mit Charisma, Humor, Intelligenz und künstlerischem Niveau, deren Wieder- und Neuentdeckung lohnt.