Autorin - Regisseurin Thea von Harbou

»Ich bin die Frau von Fritz Lang« war ihr gedrucktes Statement in den 1920er Jahren. Koketterie? Ehrfurcht? Ironie? Sie hatte die Bezugnahme auf den gefeierten Regisseursgatten nicht nötig. Thea von Harbou war ohnehin die Königin der Ufa, die sogenannte »hohe Frau von Neubabelsberg«. Ohne ihre Begeisterung für die geistigen Strömungen und Tages-Sensationen ihrer Zeit, ohne ihren weiten, bildungsbürgerlichen Horizont, ohne ihr dramaturgisches Geschick und ohne ihre unbedingte Hinwendung zum großen Publikum wäre die deutsche Filmgeschichte um viele wichtige Werke ärmer. In geradezu manufakturhafter Präzision verhäkelte sie scheinbar Unvereinbares, Weltanschauliches, Emotionales und Spirituelles zu funktionierenden Drehbüchern. Viel zu oft wurde ihre Arbeit als trivial geschmäht und gegen das Talent der Regisseure ausgespielt. Es ist Zeit für eine Neubesichtigung ihrer Arbeiten - auch anlässlich ihres 65. Todestages am 1. Juli 2019.

Elisabeth und der Narr

R: Thea von Harbou
D: Fritz Alberti, Hertha Thiele, Theodor Loos
D 1933/34, 76′

Metropolis

R: Fritz Lang
D: Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich
D 1925, 147′