Autorin - Regisseurin Thea von Harbou

Neben ihrer Tätigkeit für den Film war Thea von Harbou eine produktive Romanautorin. Bis auf wenige Ausnahmen hat ihre Prosa den Sprung in die Gegenwart nicht geschafft. Heute wirkt ihre Wortschöpfungswut eher lächerlich. Werden ihre literarischen Arbeiten allerdings als Skizzen für mögliche Filme gelesen, ist leicht zu verstehen, warum diese Filme dann überwiegend auch gedreht wurden. Ihre Bücher schrien förmlich nach einer Adaption. Allzu oft fiel das Filmbild dann nüchterner aus als Harbous wortgewaltige Visionen. Immerhin schrieb der berühmte sowjetische Regisseur Wsewolod Illarionowitsch Pudowkin 1928 anerkennend über ihr Talent, einem Werk zu maximalem Effekt zu verhelfen. Über Ökonomie der Mittel sagt er nichts, wohl aber über ihre Präzision und filmische Fantasie. Sie setzte sich für den Tierschutz ein wie gegen den Abtreibungsparaphen 218, war gleichzeitig deutsch-national und begeistert für alle Weltreligionen - eine widersprüchliche Biografie mit Folgen für unsere Kultur- und Filmgeschichte.

Elisabeth und der Narr

R: Thea von Harbou
D: Fritz Alberti, Hertha Thiele, Theodor Loos
D 1933/34, 76′

Metropolis

R: Fritz Lang
D: Brigitte Helm, Alfred Abel, Gustav Fröhlich
D 1925, 147′

Annelie. Die Geschichte eines Lebens

R: Josef von Baky
D: Luise Ullrich, Karl Ludwig Diehl, Werner Krauß
D 1941, 99′

Die Finanzen des Großherzogs

R: Friedrich Wilhelm Murnau
D: Mady Christians, Robert Scholz, Harry Liedtke
D 1923/24, 78′
An der Welte-Kinoorgel: Peer Kleinschmidt