Abschied von Agnes

Ost-Berlin, Anfang der 1990er Jahre. Ein arbeitsloser Wissenschaftler trauert um seine verstorbene Frau und versucht, ein Buch zu schreiben. Unvermittelt bricht in seinen Alltag ein von den Medien gehetzter Mann ein, der um Unterkunft bittet. Als sich herausstellt, dass dieser verblüffend genau über das Leben seines Gastgebers Bescheid weiß, kehrt sich das Verhältnis der Männer in ein absurdes Abhängigkeitsverhältnis um. In einem letzten Aufbegehren gelingt es dem Wissenschaftler, sich davon zu befreien.
Einführung: Claus Löser (Filmhistoriker)
In Anwesenheit der Produent*innen Andrea Wohlfeil und Tony Loeser

In Kooperation mit der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur

Termine

26 April 2019 | 19:00

ZEITSCHNITT Umbrüche - Aufbrüche

Die aktuelle Ausgabe der Reihe »Zeitschnitt« erweitert den Blick auf die Wende- bzw. Transformationszeit um filmische Zeugnisse der 1990er Jahre, die auf die historische Zäsur mittelbar reagierten. In ihnen spiegeln sich wichtige Erfahrungen der Umbruchzeit, die bis heute nachwirken. Die eben noch aktuellen Erlebnisse in der Diktatur und die nachfolgende Euphorie angesichts ihrer Überwindung wurden überlagert von ganz neuen Lebensrealitäten, auch von Anpassungszwängen. Das Alte war noch präsent, das Neue noch nicht vergegenwärtigt. Aus dieser widersprüchlichen Situation heraus entstanden vielfältige künstlerische Reflexionen, die vielleicht erst jetzt in ihrem seismografischen Wert erfasst werden können. Im Anschluss an den Auftakt im Filmmuseum tourt »Zeitschnitt« durch insgesamt sieben Orte in Brandenburg und stellt dort Filme von Tamara Trampe, Helke Misselwitz, Thomas Heise u.a. zur Diskussion.