Hausbesetzungen in Potsdam

Dortu 65, Gutenberg 95, Fabrik, Villa Bertini: 1991 war Potsdam gemessen an der Einwohner*innenzahl die Stadt mit den meisten Hausbesetzungen in Deutschland. Es herrschte Wohnungsmangel, viele Gebäude zerfielen, und die politische Wende hatte gesellschaftliche Freiräume ermöglicht. Links-alternatives Leben wurde ein Kulturfaktor in Potsdam, geliebt, geduldet und bekämpft.
Zwei seltene Filme, die nach langer Zeit wieder im Kino zu sehen sind, dokumentieren diese besondere Situation: Narrenland ist abgebrannt (1992)und Leben im besetzten Haus (1992).Sie blicken unvoreingenommen auf eine lebendige Szene, als erste Räumungen bereits stattgefunden haben. Betroffene kommen zu Wort, auch die Bevölkerung im Kiez. Nebenbei wurde das Kunstschaffen dieser Zeit festgehalten, die vergessene Band Nuffty etwa und die »Große Aufführung des nekrophilen Kabinetts« am 1. Mai 1992 in der Reithalle Schiffbauergasse.
Zu Gast: Dietmar Haiduk (Regisseur)
Einführung und Moderation: Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam)

Termine

18 Oktober 2026 | 11:00

Brandenburgs Filmerbe entdecken

Die Reihe präsentiert unbekannte Filme, die im Land Brandenburg angesiedelt oder dort entstanden sind. Der Schwerpunkt liegt auf Dokumentar- und Amateurfilmen aus Privathand, kleinen Archiven und vor allem unseren eigenen Sammlungen.