Die Muschel und der Kleriker / La perle / Ein andalusischer Hund

Germaine Dulacs Die Muschel und der Kleriker wird zu den wenigen rein surrealistischen Filmen gezählt. Der Kurzstummfilm verarbeitet die sexuellen Frustrationen eines Priesters mit Doppelbelichtungen, Überblendungen, Verzerrungen und extremen Schärfe-Unschärfe-Kontrasten. Während es bei der Uraufführung im Februar 1928 zu einem Eklat kam, da der Drehbuchautor Antonin Artaud mit der Umsetzung seiner Vorlage unzufrieden war, blieb wiederum der eventuell sogar erhoffte Skandal um Buñuels und Dalís Ein andalusischer Hund aus. Mit seinen traumartig-schockhaften Szenen beeinflusste der berühmte(ste) surrealistische Film die Ikonografie des Kinos nachhaltig.
Henri d'Ursels La perle handelt von einer verschwundenen Perlenkette und nimmt sowohl Bezug auf andere Avantgardefilme als auch auf das Mainstream-Kino, für das die Surrealisten eine Vorliebe hatten. Live-Musik: Peer Kleinschmidt

Einführung: Lucas Wolfram (Filmmuseum Potsdam)

Past Dates

30 Oktober 2022 | 19:30

Maximal Surreal - Filme aus zehn Jahrzehnten

Filmreihe bis 22. Januar 2023

Von den 1920er Jahren mit dem ersten surrealistischen Manifest und dem einflussreichen Film von Salvador Dalí und Luis Buñuel, »Ein andalusischer Hund«, nimmt die Reihe in den Blick, wie sich die Ästhetik des Surrealismus bis heute in die Filmkunst eingeschrieben hat. Film und Surrealismus waren von Anfang an verbunden. Die ersten Surrealist*innen um André Breton vereinte nicht zuletzt ein Bekenntnis zum Kino - damals als bloßes Massenvergnügen abgetan. Das Kinoerlebnis faszinierte sie als ein Zustand zwischen Wachen und Schlafen. Sie schätzten den Film, da er in der Montage, ähnlich dem Traum, unvereinbare Bilder in schneller Abfolge verbindet. Diese desorientierende Kraft des Films entsprach der subversiven Geisteshaltung der Surrealist*innen. Gegen traditionelle Werte suchten sie - in der Kunst wie im Leben - die Wirklichkeit im Unbewussten und öffneten sich dem Irrationalen, dem Traum und der Erotik.
Filme, die der surrealen Ästhetik verpflichtet sind- kurze und lange, Klassiker und selten gezeigte Werke- aus Europa, aus Kanada und den USA werden in dieser Reihe präsentiert.
Ein audiovisuelles Experiment, das Livemusik an der Kinoorgel mit Künstlicher Intelligenz verbindet, verortet die Ästhetik des surrealistischen Films in der Gegenwart (Veranstaltung am 10. Dezember).

Bei Vorlage einer Eintrittskarte des Museums Barberini gewährt das Filmmuseum Potsdam ermäßigten Eintritt zu den Filmen. Bei Vorlage eines Tickets der Filmvorführungen gewährt das Museum Barberini ermäßigten Eintritt in die Ausstellung »Surrealismus und Magie«.

In Zusammenarbeit mit dem Museum Barberini