Tschapajew

Schon vor der Kapitulation entstand in der Sowjetunion die Idee, Tschapajew im besetzten Deutschland aufzuführen. Das Abenteuer einer Gruppe Revolutionäre unter der Führung des siegreichen Kommandeurs Tschapajew während des Russischen Bürgerkriegs war in der UdSSR enorm populär. Bereits im Mai 1945 lief der Film im russischen Original und begleitet von einem Dolmetscher in Berlin. Als in Berlin-Johannisthal das Synchronstudio seine Arbeit aufnimmt, entsteht rasch eine deutsche Fassung. Unter der Regie von Eugen York spricht Carl Raddatz die Titelrolle.
Die Tätigkeiten des Synchronstudios sind die ersten filmkulturellen Aktivitäten in der sowjetisch besetzten Zone und spieleneine bedeutende Rolle bei der Herausbildung einer Filmkultur in der DDR.In den folgenden Jahren entstehen beim DEFA-Studio für Synchronisation zwei weitere Fassungen von »Tschapajew«, u.a. eine mit Hilmar Thate.
Einführung: Stephan Ahrens (Filmuniversität Babelsberg)

Termine

17 Mai 2026 | 19:00

DEFA 80 - Prolog zu den Ausstellungen

Filmreihe ab 15. Mai 20261945: Deutschland ist nach zwölf Jahren nationalsozialistischer Diktatur weitgehend zerstört, es herrschen Hunger und Not. Ohne Verzug gründen Filmenthusiast*innen ein »Filmaktiv«, die Keimzelle der zukünftigen DEFA. Neben dokumentarischen Filmen und Wochenschauen entstehen bald die ersten Spielfilme der Nachkriegszeit. Filme wie »Die Mörder sind unter uns«, »Ehe im Schatten« oder »Freies Land« spiegeln die unmittelbaren Bemühungen der Filmemacher*innen, Antworten auf die drängenden Fragen der Umbruchszeit zu finden. Allen voran: Wie konnte es geschehen, dass so viele Menschen der NS-Ideologie folgten?Am 17. Mai jährt sich das Gründungsdatum der DEFA zum 80. Mal. Ein Jahr lang wendet sich das Filmmuseum Potsdam zahlreichen Themen, Filmen und Personen zu, die das spätere staatliche Filmstudio der DDR geprägt haben. Ab Mai ist eine Auswahl aus den zwischen 1946 und 1992 entstandenen, mehr als 700 Spielfilmen und den unzähligen Dokumentar- und Kurzfilmproduktionen zu sehen. Ab dem 5.6. nimmt eine Foyerausstellung die Anfänge des Studios in den Nachkriegsjahren unter die Lupe, im Juli folgt eine umfangreiche Sonderausstellung zu »80 Jahre DEFA«.
In Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde und Förderer des Filmmuseums Potsdam e.V. Mit freundlicher Unterstützung durch die DEFA-Stiftung.Medienpartner: Antenne Brandenburg / rbb