Im Jahr 1949 reist der emigrierte Schriftsteller und Nobelpreisträger Thomas Mann erstmals wieder nach Deutschland zurück: Es ist bereits eine geteilte Heimat, in der sich der Kalte Krieg abzuzeichnen beginnt. Anlass ist eine zweifache Preisverleihung: Goethe-Preis in der Stadt Frankfurt, wenig später: Goethe-Nationalpreis in Weimar. Angesichts dieser doppelten Ehrung reflektiert der Film, wie sich die Erbauer der neuen Ordnungen in Ost wie West auf das Fundament der deutschen Kultur berufen - und zugleich deutsche Verbrechen und neues Unrecht verdrängen. Thomas Mann wurde bei seinen historischen Besuchen von seiner Frau Katja begleitet - der Film stellt ihm hingegen seine Tochter Erika an die Seite. Hierdurch betont Paweł Pawlikowski die divergierende Haltung von Vater und Tochter gegenüber der Last der Vergangenheit. Die gemeinsame Trauer von Vater und Tochter um Erikas Bruder Klaus Mann, der sich in diesen Tagen das Leben nimmt, mischt sich mit der Verzweiflung über deutsche Schuld und die Zweifel an einem Neubeginn.
Der Film erhielt 2026 in Cannes den Preis für die beste Regie.
Einführung: Ilka Brombach, Peter Ulrich Weiß (Moving History)
Am 9.10.2026 wird zum neunten Mal die CLIO - der Preis für den besten Film zu einem historischen Thema - vergeben. Die feierliche Verleihung findet im Filmmuseum Potsdam statt. Die CLIO wird von moving history, dem Festival des historischen Films vergeben und von der Landeshauptstadt Potsdam gestiftet. Sie ist mit 5.000 Euro dotiert.In die Auswahl 2026 kamen Filme, die ihre Uraufführung zwischen Juni 2025 und Mai 2026 hatten. Die nominierten Filme sind ab 25.9.2026 im Filmmuseum Potsdam und im ersten Quartal 2027 im Zeughauskino Berlin zu sehen.
Die Schirmherrschaft für moving history 2026 hat die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam, Noosha Aubel, inne. Die Veranstalter*innen freuen sich außerdem, dass der Schauspieler Jörg Schüttauf die Schirmherrschaft für die CLIO 2026 übernommen hat.
Eine Veranstaltung von moving history e.V. in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam, der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam e.V. (ZZF). Gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg und vom Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften (ZeM).