In zwei Filmen von Hartmut Sommerschuh werden die Naturschutz-Pioniere Erna und Kurt Kretschmann porträtiert:
Landschaft ohne Zäune
(1982) beobachtet die Kretschmanns in ihrer täglichen, selbstbestimmten Arbeit. Obwohl vom Sozialismus überzeugt und in der SED organisiert, gelten sie durch ihre minimalistische und vegetarische Lebensweise als Außenseiter. Und so läuft der Film nur einmal im Fernsehen.
Was heißt schon reich sein?
(1998)besticht indes als Biografieerzählung und Erinnerungsfilm: Ihr Konzept, Naturschutz beginnt vor der Haustür, und die »Total-Mulch-Methode« sind hier deutlich artikuliert. Dieses Wissen soll der Nachwelt erhalten bleiben.
In der Zusammenschau entfaltet sich das Bild von zwei Ausnahmepersönlichkeiten. Stets werden die Kretschmanns in ihrem Lebenswerk, dem Haus der Naturpflege Bad Freienwalde in Szene gesetzt: mit Tiny-House und Lehrgarten. Von dort aus wirken sie ins Land, gestalten Dorfanger, klären über Verluste durch entwässerte Wiesen auf und regen schon in den 1950er Jahren Nationalparks in der DDR an.
Einführung: Ralf Forster (Filmmuseum Potsdam und Ko-Kurator von »Achtung Eule!«)
Zu Gast: Hartmut Sommerschuh (Regisseur)
Im Naturkundemuseum Potsdam ist derzeit die Ausstellung »Achtung Eule!« über die Naturschutz-Eule und deren Erfinderpaar Erna und Kurt Kretschmann zu sehen. Exemplarisch werden Naturschutz-Aktivitäten in der DDR und der Wendezeit dargestellt. Veranstaltungen und Filmabende begleiten die Ausstellung.Mit Unterstützung der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung und des Naturkundlichen Museumsvereins Brandenburg