Bildbuch

Jean-Luc Godard, der mittlerweile 88-jährige Meister der Siebten Kunst, lotet mit seinem neuesten Werk, einer assoziativen Reflexion über die (Abgründe der) Menschheit und die Wahrheit des Bildes, abermalig die Grenzen des Kinos aus. Die von der internationalen Kritik gefeierte und 2018 beim Festival in Cannes mit einer Sonderpalme ausgezeichnete Collage nutzt die digitale Technik in ungesehener und »unerhörter« Weise, montiert Bilder aus der Filmgeschichte mit Youtube-Clips und Aufnahmen von Mobiltelefonen, die einen rauschhaften Gedankenfluss über Umweltzerstörung, Unrecht, Krieg und Gewalt, aber auch die Schönheit des Kinos, über Liebe und Freiheit auslöst. Die ersten fünf der insgesamt sechs Kapitel des lange nachwirkenden Films hat Godard selbst als Einleitung beschrieben, für den letzten Teil, eine Art Fabel über den fiktiven Golfstaat Dofa, der ohne Erdölvorkommen zugrunde ging. Damit führt Godard das westliche Publikum auch an die arabische Welt und seine einseitige Sicht darauf heran.

Dates

26 April 2019 | 17:00
27 April 2019 | 19:15