Mit ihrem preisgekrönten Spielfilm schuf die Regisseurin Helke Misselwitz 1992 eines der eindrücklichsten filmischen Zeugnisse der frühen Nachwendezeit. Der Film spielt in einem kleinen Ort im Nordosten Brandenburgs. Die Betriebe schließen, Arbeitsplätze gehen verloren, die russischen Truppen ziehen ab. Inmitten der Umbrüche versucht die junge Johanna, ihren Alltag und das Leben ihrer Familie neu zu ordnen. Als sie einem afrodeutschen Mann begegnet und sich in ihn verliebt, stößt ihre Beziehung auf Ablehnung und rassistische Gewalt. Mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Premiere hat der Film nichts von seiner Aktualität verloren. Er lädt dazu ein, über die Erfahrungen der Transformationszeit in Ostdeutschland, über gesellschaftlichen Zusammenhalt und über den Umgang mit Fremdheit und Vielfalt nachzudenken.
Anschließend: Gespräch mit Helke Misselwitz (Regisseurin) und Ulrich Richtmeyer (FH Potsdam)
Moderation: Katalin Krasznahorkai (Brandenburg Museum)
In Zusammenarbeit mit dem Brandenburg Museum. Eine Veranstaltung im Rahmen der Potsdamer Gespräche 2026 »Transformationen. Die 1980er/1990er Jahre in Brandenburg«
Für das Filmmuseum Potsdam ist es ein besonderes Anliegen, das 80. Gründungsjubiläum der DEFA zu feiern und die Bestände der museumseigenen Sammlungen unter einem neuen Fokus zu präsentieren. Die DEFA war der einzige Studiobetrieb, der in der DDR Spielfilme herstellte. Die Produktionen waren bei weitem nicht nur Ausdruck der ideologischen Linie der Staatsführung, sondern oft eigensinnig und widerständig. Die Filmschaffenden formulierten die Sehnsüchte, Gefühle und Bedürfnisse der Bevölkerung, deren Teil sie waren. Essen/Trinken, Liebe/Sex, Freiheit/Fernweh ... In der Ausstellung werden einer Auswahl von Themen jeweils drei bis vier DEFA-Filme zugeordnet. Es sind Themen, die die Menschen auch heute noch umtreiben. Der Abgleich mit gegenwärtigen Bedingungen und Gegebenheiten kann ein differenzierteres Bild vom Leben in der DDR und auf den Kinoleinwänden ergeben. Die Ausstellung lädt ein zum Staunen und zum Lachen, zu negativen wie auch positiven Erinnerungen und zu neuen Perspektiven.Eine umfangreiche Film- und Veranstaltungsreihe ergänzt die Ausstellung im Kino.
Mit freundlicher Unterstützung durch die DEFA-Stiftung und den Freundeskreis des Filmmuseums Potsdam
Gefördert durch:Ostdeutsche Sparkassenstiftung, Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam, Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH, Landeshauptstadt Potsdam
Medienpartner:Antenne Brandenburg