Paragraph 175

Der Paragraph 175 im Strafgesetzbuch zementierte ab 1871 Intoleranz und Schwulenfeindlichkeit in Deutschland. Er signalisierte auf vielen Ebenen die staatliche Akzeptanz von Diskriminierung und Verfolgung von Minderheiten. Anhand von Interviews mit Zeitzeug*innen und Archivmaterial illustriert der Dokumentarfilm eindrücklich Lebensgeschichten von Männern und Frauen, die aufgrund des im NS-Staat verschärften § 175 verfolgt wurden.
Paragraph 175 beleuchtete im Jahr 2000 die bis dahin wenig dokumentierte Verfolgung von Homosexuellen im Dritten Reich. Erst sechs Jahre zuvor war der Paragraph 175 abgeschafft worden. Auf Wiedergutmachungsleistungen warteten die Betroffenen noch bis 2017, für NS-Opfer kaum mehr von Nutzen.
Einführung: Jirka Witschak (Katte e.V.)

Termine

27 November 2026 | 18:00

Filmerbe-Festival Als Queer schwarz-weiß war

Filmerbe-Festival26. bis 29. November 2026Nicht erst in jüngerer Zeit wurde das Kino ein Ort für progressive und queere Themen. Crossdressing und ein anarchisches Spiel mit Genderrollen und sexuellen Identitäten begleiten die Filmgeschichte von Anbeginn. Die Stummfilme der 1910er und frühen 1920er Jahre mit tabubrechenden Auftritten von Stars wie Asta Nielsen sind reich an auf- und erregenden Filmstoffen und -bildern. Ihre Präsenz auf der Leinwand schuf Sichtbarkeit für andere Formen des Begehrens und bleibt auch für spätere Generationen queerer Filmemacher*innen einflussreich.Mit der dritten Auflage des Filmerbe-Festivals gehen wir weiter in der Geschichte und betrachten die Zeit des Nationalsozialismus und der 1950er Jahre. Filme aus dieser Zeit waren oft selbst Mittel zur Delegitimation queerer Menschen. Spätere Spiel- und Dokumentarfilme erzählen wiederum die Geschichten queerer Menschen und gehören zur heutigen Erinnerungskultur. Geprägt wird das Festival durch Einführungsvorträge und musikalisch-performative Begleitprogramme, die die Filmauswahl mit historischen Kontexten versorgen und die Brücke in die Gegenwart schlagen.In Zusammenarbeit mit Katte e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch QueerScope e.V. - gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gefördert durch die Landeshauptstadt Potsdam.Medienpartner:Stummfilm Magazin, taz