Männer, Helden, schwule Nazis

Neonazis und Homosexualität? Ein Widerspruch? Rosa von Praunheim zeigt Michael Kühnen als einen Protagonisten der Neonazi-Szene in der ehemaligen BRD im Widerspruch zwischen offen gelebter Homosexualität und der ideologischen Ablehnung durch den Rechtsextremismus. Kühnen, der sich in direkter Tradition zu SA-Führer Ernst Röhm sah, propagierte schwule Männer als die besseren Soldaten. Der Dokumentarfilm untersucht diese Kultur der schwulen Nazis, befragt Szene-Aussteiger wie aktive schwule Neonazis und entwirft ein vielschichtiges Bild von Männlichkeitskultur, Kameradschaft und Militarismus. Einmal mehr legt von Praunheim den Finger in die Wunde gesellschaftlicher Tabus, zeigt die Verbindungen zwischen Homosexualität und Militär sowie zwischen Sexualität und Nationalsozialismus auf.
Einführung: Manuel Schubert (taz)

Termine

27 November 2026 | 20:00

Filmerbe-Festival Als Queer schwarz-weiß war

Filmerbe-Festival26. bis 29. November 2026Nicht erst in jüngerer Zeit wurde das Kino ein Ort für progressive und queere Themen. Crossdressing und ein anarchisches Spiel mit Genderrollen und sexuellen Identitäten begleiten die Filmgeschichte von Anbeginn. Die Stummfilme der 1910er und frühen 1920er Jahre mit tabubrechenden Auftritten von Stars wie Asta Nielsen sind reich an auf- und erregenden Filmstoffen und -bildern. Ihre Präsenz auf der Leinwand schuf Sichtbarkeit für andere Formen des Begehrens und bleibt auch für spätere Generationen queerer Filmemacher*innen einflussreich.Mit der dritten Auflage des Filmerbe-Festivals gehen wir weiter in der Geschichte und betrachten die Zeit des Nationalsozialismus und der 1950er Jahre. Filme aus dieser Zeit waren oft selbst Mittel zur Delegitimation queerer Menschen. Spätere Spiel- und Dokumentarfilme erzählen wiederum die Geschichten queerer Menschen und gehören zur heutigen Erinnerungskultur. Geprägt wird das Festival durch Einführungsvorträge und musikalisch-performative Begleitprogramme, die die Filmauswahl mit historischen Kontexten versorgen und die Brücke in die Gegenwart schlagen.In Zusammenarbeit mit Katte e.V. und mit freundlicher Unterstützung durch QueerScope e.V. - gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Gefördert durch die Landeshauptstadt Potsdam.Medienpartner:Stummfilm Magazin, taz