Todeszug nach Yuma

Wie in »Zwölf Uhr mittags« läuft die Handlung in dem originalsprachig betitelten »3:10 to Yuma« auf die Ankunft eines Zuges zu: Der durch eine Dürre ruinierte, von Frau und Söhnen wenig respektierte Farmer Dan Evans, der wegen einer Kriegsverletzung hinkt, will sich mit dem Gefangenentransport des Räubers Ben Wade 200 Dollar verdienen. Es gilt, den Zug mit Gefängniswagen zu erreichen, der um 15:10 Uhr die Stadt Yuma verlässt.
Christian Bale als Dan Evans - grandios! - verkörpert nicht nur einen zweifelnden, sondern einen an der ihn umgebenden Skrupellosigkeit verzweifelnden Antihelden. Der geradlinig erzählte, packende Retro-Western zeichnet sich neben der kaltblütigen Action durch eine kühl-pessimistische Atmosphäre aus, in der alles in Staub und Dreck gehüllt scheint.
(FSK 16)

Dates

Filmgeschichte im Doppelpack

Von heute bis gestern, von den 2010ern zurück bis in die ersten Kino-Dekaden betrachtet die Reihe internationale Filmgeschichte im Doppelpack. Historische Referenzen werden aufgemacht - von inhaltlichen und formalen Analogien und Bezugnahmen über Hommagen, Kontinuitäten, Neuinterpretationen und Remakes zu mehr oder weniger eindeutigen Zitaten. Über Gattungs- und Genregrenzen hinweg wird die Filmgeschichte durchleuchtet, um deutlich zu machen, wie immens wichtig die Cinephilie und die Auseinandersetzung mit Filmgeschichte nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch und gerade für (angehende) Filmschaffende sind. Mit Jean-Luc-Godards »Die Verachtung« kommt die Rückschau in den 1960ern an. Zusammen mit Godards Hommage an Fritz Lang ist dessen ausgewiesenes Meisterwerk »M - Eine Stadt sucht einen Mörder« zu sehen. Von der französischen Filmzeitschrift »Cahiers du Cinéma«, zu deren Redaktionsteam Godard in den 1950ern gehörte, wurde »M« 2008 in die Liste der 100 besten Filme aller Zeiten aufgenommen.